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Die 8 Megatrends im Tourismus

Messe Berlin / ITB Berlin

Welche Trends, Technologien und Entwicklungen für eine erfolgreiche Zukunft notwendig sind, dazu sprach Nils Müller, CEO TrendOne, in einer Keynote im Rahmen des virtuellen ITB Kongresses.

„Willkommen zu einer Reise in die Zukunft“,  begrüßt Nils Müller die Online-Zuschauer anlässlich der ITB Virtual Convention. In seiner Keynote „Top 8 Trends for Tourism & Travel“ gibt er einen Ausblick auf die Trends, Technologien und Entwicklungen, um in Zukunft erfolgreich zu sein. Als einen der wichtigsten Megatrends nennt der CEO von TrendOne die Künstliche Intelligenz (KI). „In den letzten zehn Jahren sehen wir  eine massive Entwicklung der KI“, stellt er fest und nennt Beispiele: KI gewinnt gegen die weltbesten Schach- und Pokerspieler, sie ist führend in Gesichtserkennung, Spracherkennung und Sofortübersetzung. KI macht Städte sicherer, ermöglicht autonomes Fahren und autonome Systeme, die das Reisen erleichtern, wie den weltweit ersten KI-Roboterkoffer, der mit GPS-Trecking jedem Schritt seines Besitzers folgt und sogar Hindernisse erkennt.

Als zweiten Top-Trend beobachtet Müller die Entwicklung des Superhuman. Der Zukunftsforscher macht deutlich, dass uns Augmented Reality (AR) übermenschliche Fähigkeiten verleiht und unsere Welt erweitert. „Virtuelle Arbeitsplätze, virtuelle Konferenzen und virtuelle Meetings sind die Zukunft. Warum sollen wir um die ganze Welt reisen, wenn durch AR Kollegen aus Singapur, New York und Berlin in einem Multi-User-Umfeld zusammen arbeiten können“, erklärt Müller. Zwar sei AR im Moment noch auf Unternehmen beschränkt, aber in den nächsten Jahren würde Augmented Reality auch für Verbraucher ein wichtiges Tool. Als Beispiel stellt Müller die Amazon Alexa-Brille vor. Über ein integriertes Mikrofon reagiert Alexa auf Sprachbefehle und spricht über Lautsprecher in den Brillenbügeln. „Ohne Hilfe der Hände erhält der User Navigation und Informationen in dem Moment, wo er sie braucht. Das ist perfekt auf Reisen“, verdeutlicht er.

Für völlig neue  Reiseerlebnisse sorgt der dritte Trend New Experiences. Müller stellt die Autonomous Hotel Suite vor. Mit dem selbstfahrenden Auto mit Hotelzimmer reisen die Gäste völlig unabhängig von Unterkünften. Und das sei gar nicht so weit in die Zukunft geblickt, zeigt Nils Müller Renderings von einem Prototyp aus Kanada. Ein Beispiel für neue Reiseerfahrungen, die heute schon Realität sind, liefert Bad Birnbach. In der kleinen Stadt in Bayern bringen seit letztem Jahr selbstfahrende Busse die Menschen von A nach B. Auch Reisevorbereitungen sind Teil der New Experiences. Laut Müller ist Virtual Reality (VR) die nächste Generation der Reisevorbereitung: „Wir setzen die VR-Brille auf, öffnen die App und können uns Hotelzimmer anschauen oder auf virtuelle Expedition in unser geplantes Reiseland gehen.“

Mit Neo Sustainability, dem vierten Trend, ist die neue Generation der Nachhaltigkeit gemeint. Zu diesem Thema stellt Müller das 3D-Printing in den Mittelpunkt. Er zeigt den personalisierten Laufschuh von Adidas, dessen Mittelsohle aus dem 3D-Drucker gefertigt wurde. „Damit kann die Sohle an die Dämpfungsanforderungen jedes einzelnen Sportlers angepasst werden“, so Müller. „Wir können auch Elektronik drucken“, führt er weiter aus. Beispielsweise wurde an der Universität von Washington eine Mini-Drohne im 3D-Druckverfahren entwickelt. Oder von Airbus gibt es den CityCopter bzw. das Flugtaxi für die Beförderung ohne Stau in verkehrsreichen Städten.

Den fünften Trend Connectivity demonstriert Nils Müller am Beispiel eines humanoiden Roboters. „Roboter helfen uns auch auf Reisen. Sie übernehmen den Gepäcktransport in Hotels ebenso wie Arbeiten an der Rezeption.“ Dazu stellt er seinen Kollegen Misty vor: „Der Roboter in unserem Hamburger Büro ist super einfach zu programmieren und erledigt die Arbeiten am Empfang.“

Danach erklärt Nils Müller, warum der Trend Distrust Society, das Misstrauen in der Gesellschaft, zunimmt. Er zeigt ein Video mit einer Streichholzschachtel großen Mini-Drohne, die von einer Künstlichen Intelligenz gesteuert wird. Allerdings ist der einzige technische Unterschied zu den kleinen Flugsystemen, die heute schon verfügbar sind, eine kleine Sprengladung im Inneren. Auf Befehl kann sie zum Kamikaze-Flieger zu werden und eine einzelne Person mithilfe von Gesichtserkennung zielgenau töten. „Immer mehr Menschen realisieren, wie negativ sich Drohnen auf unser Leben auswirken können“, kommentiert Müller.

Datafication zeigt den Trend  von „Big Data zu Huge Data“. Laut Müller wird das Datenvolumen von Zettabytes weltweit in den nächsten zehn bis15 Jahren rasant wachsen. Er prophezeit: „Für unsere Kinder ist dies eine absolut normale Welt. Sie werden mit Mini-Robotern als Lehrer aufwachsen.“

Ein Megatrend der die ganze Menschheit vor neue Herausforderungen stellt, ist die Urbanization. Laut UNO World Population Forecast für 2050 wird die städtische Bevölkerung der Welt von 4,3 Milliarden Menschen (2017) voraussichtlich bis auf 6,8 Milliarden im Jahr 2050 ansteigen. „Das bedeutet, dass wir 260 weitere Megastädte haben werden“, blickt Müller in die Zukunft und zeigt beispielhafte Szenarien auf: „Alle diese Mega-Citys werden super smart sein. IHS/Forbes besagt, dass bereits 2028 100 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein werden. Jede Sicherheitsvorrichtung, jedes mobile Gerät, jedes Share-Bike, einfach alles ist vernetzt – und das ohne Hardware. Denn es werden völlig neue Modelle von Software entwickelt.“ Als aktuelles Beispiel nennt Nils Müller die Selfie-Drohne. Sie sei heute schon auf dem Weg, das Selfie mit dem Smartphone abzulösen. Der Vorteil ist, dass man sie nicht in der Hand halten muss. Bis zu dreißig Minuten kann sie dem Menschen folgen, ob auf der Sightseeingtour durch die Stadt oder bei Outdoor-Aktivitäten in der Natur.

Zum Abschluss seiner Keynote stellt Nils Müller ein Future Mindset für die nächsten zehn Jahre vor, das auf den fünf Säulen Vision, Responsibility, Culture, Creativity and Agility beruht. Er nennt Beispiele, wie sich „Max Tourism“ durch Digitalisierung verantwortungsbewusst steuern lässt. Oder zeigt anhand eines Offline-Übersetzers, der ohne WLAN in wenigen Sekunden vom Englischen ins Japanische oder Spanische übersetzt, so dass Sprachbarrieren auf Reisen jetzt schon der Vergangenheit angehören.

Exklusive Live-Streams und Videos on-demand können Interessierte jederzeit auf itb.com einsehen. Hier ist auch die komplette Keynote von Nils Müller aufrufbar.

 

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