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Arbeiten, wo andere Urlaub machen

Digitale Nomaden setzen einen neuen Trend - Reiseindustrie erkennt starke Potenziale - Großes Echo nach Vortrag beim ITB Berlin Kongress

Eine Auszeit vom Alltag nehmen, verreisen und arbeiten, wo es einem gefällt? Digitale Nomaden leben vor, wovon andere sonst nur träumen. Schnelles Internet, kostenloses Roaming innerhalb der EU und eine wachsende Flexibilität auf Seiten der Arbeitgeber machen die Kombination aus Arbeit und Reisen immer beliebter. Das hat auch die Tourismus-Branche für sich erkannt. Dass der Wunsch nach einem Tapetenwechsel trotz Job gar nicht so schwer umzusetzen ist, davon sind zum Beispiel Christoph Santner und Christine Papadopoulos, Gründer von Nomadical.org, überzeugt. Auf dem diesjährigen ITB Berlin Kongress haben sie die Marktpotenziale des globalen Trends ausgelotet.

„Unser Vortrag beim ITB Berlin Kongress hat uns darin bestätigt, dass digitales Nomadentum für die internationale Reiseindustrie viele spannende und lukrative Möglichkeiten bereithält", berichtet Christoph Santner. Bislang konzentriere sich der Markt auf größere Metropolen wie Barcelona, Bangkok oder Belgrad. Aber auch entlegenere Ziele holen auf und schaffen die nötige Infrastruktur mit stabilem Internet und Unterbringungsmöglichkeiten für digitale Nomaden.

Viele weitere Unternehmen haben den Trend hin zum digitalen Nomadentum ebenfalls erkannt. Unter dem Titel einer regelmäßigen Nomad Cruise arbeiten solche, die die maximale Freiheit schätzen, zum Beispiel an Bord eines Schiffes unter Gleichgesinnten. Hotelgruppen wie moxy hotels oder tru by Hilton kombinieren Leben und Arbeiten in entspannter Atmosphäre. Unter den Start-ups hat sich unter anderem Be unsettled einen Namen gemacht. Das Team organisiert 30-tägige Experiences, die gleichgesinnte Nomaden für den Erfahrungsaustausch an unterschiedlichsten Orten für jeweils einen Monat zusammenbringt. Ein wichtiges Tool ist Nomadlist für alldiejenigen, die Arbeit und Urlaub kombinieren möchten. Auf der Website finden Nutzer eine Einstufung von Städten weltweit im Hinblick auf verschiedenste Faktoren wie die Qualität des Internets, die durchschnittliche Höhe der Lebenshaltungskosten sowie den Grad an Sicherheit.

Für den passenden Lebens- und Arbeitsraum auf Zeit sorgt darüber hinaus das Start-up Roam. Das Unternehmen vermittelt Coliving Spaces, in denen digitale Nomaden,  in der Regel auf Zeit,  zusammen in einem Haus leben und arbeiten - unter anderem an solch exotischen Orten wie Ubud auf der Tropeninsel Bali. Auch etablierte Unternehmen springen auf den Trend des Nomadentums auf. So haben Gastgeber auf airbnb beispielsweise die Möglichkeit, Unterkünfte, die sich besonders für die Arbeit mit dem Laptop eignen, entsprechend zu kennzeichnen.

Nicht zuletzt stellen sich auch Städte und Regionen zunehmend auf den Wunsch des flexiblen Arbeitens ein. Günstige Lebenshaltungskosten ziehen zum Beispiel Nomaden nach Lissabon. Die portugiesische Hauptstadt hat vor wenigen Jahren ein altes Fabrikgelände in ein Kunst-, Kreativ- und Kulinarik-Zentrum, die sogenannte LX Factory, umfunktioniert. Neben Vintage-Läden, Restaurants und Cafés umfasst das Areal auch eine Reihe von Start-ups sowie eine umfangreiche Coworking-Fläche für kurze oder auch längere Zeiträume. Ähnliche Konzepte finden sich zum Beispiel in Athen und Barcelona.

Dass sich die Kombination aus Reise und Arbeit immer größerer Bedeutung erfreut, liegt nicht zuletzt auch an der zunehmenden Offenheit durch Arbeitgeber. In Deutschland herrscht an vielen Stellen bekanntlich ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern. Die wachsende räumliche Flexibilität ist ein möglicher Faktor, wie Unternehmen gleichermaßen bei Bewerbern und bestehenden Mitarbeitern punkten können.

Der zum Thema passende Vortrag von Christoph Santner und Christine Papadopoulos von Nomadical.org auf dem diesjährigen ITB Berlin Kongress lässt sich hier streamen: http://bit.ly/2tjtPQ3

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