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Botswana: Rote Karte für Wilderer

Botswana-Stand, ITB Berlin 2017

„Das Horn vom Nashorn gehört dem Nashorn, niemandem sonst. Was ist daran nicht zu verstehen?“ Tshekedi Khama, Minister für Umwelt, Naturschutz und Tourismus wurde nicht müde, im Botswana-Forum auf der ITB Berlin 2017 über sein Hauptthema zu erzählen: Die Bemühungen Botswanas in der Förderung von Naturschutz und Ökotourismus. Kein anderer Wirtschaftssektor schafft so viele Arbeitsplätze in Afrika wie der Tourismus. Doch ohne Großwildarten lassen sich Nationalparks kaum touristisch nutzen. Die Wildereikrise bedroht deshalb nicht nur die einzigartige Artenvielfalt Afrikas, sondern auch das wirtschaftliche Entwicklungspotential.

Das ITB-Partnerland Botswana gilt als weltweit führendend im Bereich Naturschutz. Der Erfolg kann auf drei Faktoren zurückgeführt werden: Null Toleranz für Korruption, Beteiligung der Gemeinden und deren Stärkung in Naturschutzgebieten und dem engagierten Kampf gegen illegalen Wildtier-Handel und Missmanagement von natürlichen Ressourcen. Dennoch ist Botswana mit großen Herausforderungen konfrontiert, um die Vorreiterrolle im Tierschutz halten zu können. „Es ist nicht wichtig, was Du hast – es ist wichtig, was Du tust mit dem, was Du hast“, zitierte der Minister UNWTO-Generalsekretär Taleb Rifai und unterstrich erneut, wie sehr ihm die friedliche und gesunde Koexistenz von Mensch und Wildtier am Herzen liegt. „Wir sind glücklich, als erstes Subsahara-Land von einer ITB-Partnerschaft profitieren zu können“, so Khama, dem es ein Herzensanliegen ist, das Bewusstsein für die Auswirkungen des eigenen Handelns besonders im Tourismus zu schärfen.

Seit drei Jahren herrsche in Botswana ein Jagdverbot, um den Rückgang der Wildtierpopulationen einzudämmen. „Wir waren immer eine Nation der Jäger – wenn wir plötzlich die Jagd abschaffen, müssen wir für Ersatz sorgen“, so Khama. Ein Weg dahin ist, die Gemeinden direkt und indirekt am Prozess zu beteiligen. „Heute sind 35.000 Menschen direkt und 228.000 Menschen indirekt im Bereich Naturschutz und Artenerhalt beschäftigt.“

Botswana wolle seinen Weg weitergehen, auch „wenn manche Leute behaupten, mir seien Tiere lieber als Menschen“, schmunzelte der Minister. Dem widerspräche seine Familie aber energisch... „In Afrika sterben 90 Elefanten am Tag – der Kontinent muss hier Entscheidungen treffen“, rief Khama auf. Und er zeigte sich überzeugt, dass sein Weg der Richtige ist. „In Botswana haben wir letztes Jahr nur 32 Elefanten verloren, ein Drittel der Elefantenpopulation Afrikas lebt bei uns.“ Die Menschen erkennen immer mehr, dass der Wert eines Elefanten nicht im Kilopreis für Elfenbein zu messen ist.

Khama rief die Menschen auf, an ihrem Bewusstsein zu arbeiten. „Der Käufer erschießt das Tier nicht. Aber ohne Käufer würde das Tier auch nicht erschossen...“ Ihm sei bewusst, dass es eine Balance geben müsse zwischen Tourismus, Natur und den Gemeinden. Doch das reine Streben nach Gewinnmaximierung halte er für den falschen Weg. „Die Welt befindet sich im Wandel, und wir sind Teil davon. Wir haben Verantwortung für die Natur und die Lebewesen in ihr. Das ist eine große Herausforderung.“ Und wenn jemand keinen Platz in seiner Vision von einer harmonischen Welt habe, dann seien es die Wilderer: „Die sind bei uns nicht willkommen! Wir richten nicht über die Wilderer – das überlassen wir Gott. Aber wir können eventuell eine Verabredung mit ihm arrangieren.“

Antje Lückingsmeier

www.botswanatourism.co.bw

Halle 20, Stand 106, 130 und Halle 4.1, Stand 200

Pressekontakt: Jillian Blackbeard

E-Mail: jblackbeard@botswanatourism.co.bw

Tel.: + 0026771319202

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