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Diversity als wichtiger Bestandteil des Branchen-Neustarts: Die Rolle von Diversität, Gleichberechtigung und Menschenrechten im Tourismus

Am Fachbesucherfreitag des digitalen We Love Travel! Events drehte sich die zweite CSR Session – Human Rights & Recovery –um die Frage, wie sich der Diversity-Aspekt beim Neustart der Branche berücksichtigen lässt. Zu Gast in dem von Rika Jean-Francois moderierten Panel waren Thomas Bömkes von Diversity Travel, Philip Ibrahim, General Manager des Student Hotels in Berlin sowie online zugeschaltet Reginald Charlot von NYC & Company, dem offiziellen Fremdenverkehrsamt von New York City, und Antje Monshausen von Round Table for Human Rights.

Thomas Bömkes betonte, welch essentielle Bedeutung das Reisen für die LGBT+-Community habe. Wichtig sei es insbesondere für diejenigen, die sich zuhause in ihrer Haut nicht wohlfühlen können. Für sie habe es einen enorm hohen Stellenwert, diesem Klima zeitweise zu entkommen. Für die Touristik konstatierte er, dass viele Unternehmen und Organisationen zwar aus Marketing-Gründen auf das lukrative Segment setzen würden, es aber nicht noch wirklich verinnerlicht hätten. Authentizität sei unverzichtbar, auch um zu erreichen, dass sich Mitarbeiter langfristig mit den Werten ihres Arbeitgebers identifizieren.

Auch mit ethnischer Diversität beschäftigte sich das Expertenpanel. Philip Ibrahim betonte, dass es in Hotels zum Beispiel zu wenige positive Beispiele für Inklusion gebe. Mit seiner dunklen Hauptfarbe werde er selbst von der sonst recht toleranten jungen Kundschaft seines Hotels vielfach für den Hausmeister gehalten. Dass er der General Manager sei, überrasche sie oftmals, was Vorurteile auch entlarve, selbst wenn sie keinen böse gemeinten Hintergrund haben.

Für mehr Diversität in Schlüsselpositionen der Tourismus-Branche spricht sich auch Reginald Charlot in seiner Botschafter-Rolle für New York aus. „People of Color“ dürften nicht nur klassische Service-Berufe wie etwa im Bereich der Rezeption ausfüllen. Ihnen sollten auch die „Back end“-Positionen aufgezeigt werden, die sich nicht alleine auf die Begrüßung von Hotelgästen beschränke – so etwa Schlüssel-Rollen in strategischen Bereichen wie Sales, Kommunikation oder Marketing. Prinzipiell sei Diversität im Geschäftsleben noch wenig sichtbar. Das spüre er oftmals am eigenen Leib. Auch in Europa sei er häufig der einzige unter weißen Meeting-Teilnehmern.

Ob Menschenrechte in Corona-Zeiten besonders in Gefahr seien, wollte Rika Jean-Francois von Antje Monshausen wissen, die diese Bedenken bestätigte. Tourismus bedeute mehr als nur ein warmes Bett zu buchen, so die Vertreterin von Round Table für Human Rights. Sie wies auf die tragende Rolle des Tourismus in der Welt hin und betonte, dass die Schwächsten auch wirtschaftlich am stärksten unter der Pandemie leiden würden. Wenn die Branche hier nicht entsprechend entgegenwirke, seien sie nach der Krise womöglich in einer noch schwächeren Position, da sie innerhalb der Wertschöpfungskette am angreifbarsten seien. Beispiel: Reinigungskräfte mit Saisonverträgen.

 

Was können Firmen und Organisationen tun, um sich langfristig für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung einzusetzen? Das Fazit der Runde: Sie müssen sich zunächst bewusst werden, wo die jeweiligen Defizite liegen, an den Herausforderungen arbeiten und für Sichtbarkeit der nicht so Sichtbaren sorgen. Die Reisebranche spiele eine tragende Rolle. Sie sorge für die sprichwörtliche Erweiterung des geistigen Horizonts, warum die aktuellen Einschränkungen der Reisemöglichkeiten auch so schmerzlich seien. Es habe in jüngster Vergangenheit eine große Demokratisierung des Reisens stattgefunden. Diese stünde momentan womöglich auf dem Spiel.

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