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Fernab von Profit: Soziale Ideen im Tourismus sind die Zukunft

Social Entrepeneurship im Tourismus geht über übliche Pauschalangebote hinaus. Es ist der Inbegriff für lokale, selbstständige Initiativen, die durch Tourismus soziale, ökologische und kulturelle Herausforderungen in ihren Heimatländern lösen. Im weltweit einzigartigen Wettbewerb zu diesem Thema zeichnete die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) zusammen mit starken Partnern der Branche drei herausragende Projekte aus, die zum Nachmachen weltweit einladen.

Luisa Romero, Alini Soares Barreto und Rosette Dekool sind die Gewinnerinnen des diesjährigen internationalen Wettbewerbs „Social Entrepreneurship im Tourismus“. Sie kommen aus Kolumbien, Brasilien und Uganda – drei Länder, die in der Vergangenheit wie auch aktuell viele gesellschaftliche Herausforderungen bewältigen mussten. Mit ihren Projekten haben es die drei Frauen jedoch auf ganz individuelle Weise geschafft, touristische Angebote zu kreieren, die zweierlei erreichen: Besucher*innen für regionale Besonderheiten zu sensibilisieren und lokale Anbieter*innen mit ins Boot zu holen. So gelingt es dem Projektteam rundum Luisa Romero im Rahmen von Get Up And Go Colombia interessierte Tourist*innen die unterschiedlichen Sichtweisen von lokalen, teils indigenen Gruppen näherzubringen. Die Kolumbianer*innen berichten in virtuellen 360-Grad-Touren wie auch analogen Spaziergängen von ihren ganz persönlichen Erlebnissen während des jahrzehntelangen Krieges. Rund 20 000 Menschen hat das Projektteam seit Beginn der Initiative vor vier Jahren erreicht. Einnahmen, die durch Tourbuchungen erzeugt werden, kommen überwiegend den lokalen Akteur*innen zugute. „Das Projekt zeigt auf ganzer Linie, was Social Entrepeneurship ausmacht. Es geht nicht um Profit, es geht darum gemeinsam etwas zu bewirken und Menschen vor Ort durch Tourismus zu unterstützen“, fasst Prof. Dr. Claudia Brözel, HNEE-Dozentin und Jurymitglied im Wettbewerb, zusammen.

Insgesamt 86 Bewerbungen hat es in diesem Jahr für die Kategorien Social StartUp & Project sowie Ideas gegeben. Die internationale Beteiligung war aus Sicht der involvierten Partner ITB Berlin, Berlin Travel Festival und Travel Massive enorm. „Wir hatten Einsendungen aus 40 Ländern, wovon 63 Prozent von Frauen kamen“, berichtet Claudia Brözel.

In der Kategorie Ideas setzte sich Alini Soares Barreto von der brasilianischen Initiative Change Through Traveling durch. Ihr Vorhaben überzeugte die Jury durch eine sehr gut durchdachte, klare und verständliche Struktur mit einem hohen Fokus auf langfristige Wirkung auf die lokalen Gemeinschaften. Mit Change through Traveling können Reisende im Vorfeld ihrer Reise in Form eines Mitgliedschaftsclubs, Gemeinden, die sie besuchen wollen, unterstützen. Somit wird der lokalen Bevölkerung auch jenseits der Hochsaison ein Einkommen gesichert.

Des Weiteren wurde das Projekt Adventures With Locals ‘U’ aus Uganda in der Sonderkategorie Special Recognition ausgezeichnet. Dieses von Frauen für Frauen geleitete Projekt unterstützt lokale Touristenführinnen, die in verschiedenen Teilen Ugandas aktiv sind und es werden wollen. Besucher*innen können direkt Touren mit ihnen zu bestimmten Naturschauplätzen buchen oder bei landwirtschaftlichen Höfen einen Einblick von deren Arbeit gewinnen. Die Tourguides werden im Vorfeld geschult, um beispielsweise mit dem Smartphone und einer Kamera richtig umgehen zu gehen. Über eine Plattform werden sie dann für Tourist*innen mit ihren regionalspezifischen Angeboten sichtbar. Ziel von Adventures With Locals ‘U’ ist es, ein Bewusstsein bei Besucher*innen sowohl für die Umwelt und deren Schutz, als auch die Kultur des Landes zu schaffen. Geplant ist, die Plattform soweit auszuweiten, dass auch Touren nach diesem Konzept in anderen ostafrikanischen Staaten möglich werden.

Mit der Auszeichnung beim Social Entrepeneurship in Tourism Wettbewerb erhalten die Gewinnerinnen die Möglichkeit, Teil eines weltweit agierenden Tourismusnetzwerkes zu sein. Ihnen wird die Chance geboten einerseits Feedback von anderen Teilnehmer*innen, darunter viele Expert*innen der Branche, zu erhalten und andererseits Öffentlichkeitsarbeit für die eigenen Projekte zu betreiben. Hierzu zählen unter anderem Beiträge in internationalen Medien der beteiligten Partner. Ihnen wird auch ein Business-Coaching angeboten, sowie ein Fachbesucherausweis für die ITB 2021 geschenkt. Zugleich bietet die Vielzahl an Ideen einen Nährboden für weitere Ideen und einen international stattfindenden Austausch.

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