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ITB Berlin Kongress: Bei Startups ist Individualisierung angesagt

Startups sind ein globales Business. Meint jedenfalls Laurent Queige von Paris &Co, der Welcome City Lab in Paris gestartet hat. In Deutschland übernimmt der VIR (Verband Internet Reisevertrieb) die Rolle. Er bringt Startups zusammen, organisiert Fundraising und hilft bei der Pflege von Netzwerken. Oder präsentiert seinen Mitgliedern auf der eTravel Stage der ITB Berlin 2018.

Die Emotion im Algorithmus

Der Startup q°emotion versucht der künstlichen Intelligenz menschliche Emotionen nahezubringen. Dazu werden Antworten auf Fragen in sozialen Medien oder Websites in Formeln umgesetzt, wie Gründer Grégoire Pfirsch erläuterte. Dazu werden die 45 Millionen Ausdrücke aus 30 Sprachen semantisch analysiert und in Handlungsoptionen für Algorithmen umgesetzt. Danach können Trends ermittelt werden, es kann aber auch Alarm gegeben werden, falls sich abzeichnet, dass den Kunden bestimmte Angebote verbesserungswürdig erscheinen. Das verhindert oder minimiert zumindest die Abwanderung von Kunden.

Sebastien Texier kann mit seiner Software Winglet Flugpreise anhand vergangener und bereits geplanter Verläufe von Buchungen und Sitzkapazitäten voraussagen. Die Nutzung des Effizienztools für Flugbuchungen schlägt sich praktisch in der Ausgabe der billigsten Preise für die Passagiere und der höchstmöglichen Preise für die Airlines nieder.

Die Digitalisierung hat das Abenteuer geklaut

Influencer und ihre potenziellen Auftraggeber im Tourismus bringt Freachly zusammen. Auf der einen Seite des Startups stehen 3.500 Blogger und reine Influencer, auf der anderen Hotels, Restaurants und Event Locations. Die Blogger können sich aus den Angeboten ihre Deals aussuchen und anschließend mit ihnen in Kontakt treten. Nach Angaben von Mario Geiß, einem der Gründer, kommen da Tausende von Deals allein für ein einziges Hotel zusammen.

Lokale Reiseexperten für deutsche Individualtouristen vermittelt Michael Wurst mit seinem Startup Mister Trip. Er bringt die Reisenden mit rund 60 Agenturen im In- und Ausland zusammen, die ihnen dann nach ihren Wünschen Reisepläne ausarbeiten. Das führe zu „einer authentischeren Art des Reisens“, erklärt er, denn die lokalen Agenten hätten eine ganz andere Perspektive als große Agenturen.

Ein Verwaltungs- und Präsentationssystem für kleine und mittelständische Reiseveranstalter bietet „Typisch Touristik“ an. Gründer Simon Milz ist gerade auf der Suche nach Investoren, um sein Unternehmen möglicherweise internationaler aufzustellen. Die Nische, die Typisch Touristik bedient, beschreibt er als Boutique-Sparte.

Wer sich von der Digitalisierung nicht „das Abenteuer klauen“ lassen will, wie es Christian Diener beschreibt, der ist bei seiner Startup-Agentur „Unplanned“ gut aufgehoben. Anstatt jeden Winkel des Urlaubs oder Wochenendtrips schon vorher zu kennen, erhalten die Reisenden nach Telefoninterviews und Fragebögen erst drei Tage vor Antritt der Reise eine Wettervorhersage, damit sie wissen, was in den Koffer muss. Zwei Stunden vorher wird ihnen das Reiseziel bekannt gegeben. „Die besten Momente passieren ungeplant“, argumentiert er, und seine Idee ist bereits vielfach auf fruchtbaren Boden gefallen. Alle vier deutschen Gründer haben als Tipps für Nachahmer: „Netzwerken, Kontakte pflegen und nicht zu lange an der Idee herumbasteln, sondern rausgehen und sie zur Diskussion stellen.“

Thomas Rietig

Internet: www.parisandco.com/, https://v-i-r.de/, https://www.qemotion.com/, https://winglet.io/, https://freachly.de/, https://www.mistertrip.de

 

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