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Lateinamerika: Megaprojekte zwischen Nutzen und Umweltsorgen

Gigantische Bauprojekte wie Kanäle und Stauseen können dann akzeptiert werden, wenn die betroffenen Menschen der Region voll eingebunden sind sowie Nachhaltigkeit und Umweltschutz strikt berücksichtigt werden. Das ist ein wichtiges Fazit des Lateinamerika-Forums auf dem ITB Berlin Kongress. Es ging um Megaprojekte wie Panama-Kanal, den geplanten Kanal durch Nicaragua sowie Itaipu-Stausee und Kraftwerk, das sich Paraguay und Brasilien teilen.

Solche Bauwerke sind auch große Touristenattraktionen. Allein Itaipu hat jährlich knapp eine Million Besucher, der Panama-Kanal noch viel mehr. "Doch die meisten Touristen kommen nicht ins Land, um riesige Bauwerke zu bestaunen, sondern wegen der Biodiversität. Die müssen wir unbedingt schützen". Dies sagte Immanuel Zerger, General Manager von Solentiname Tours mit Sitz in Managua. Und der neue Mammut-Kanal durch Nicaragua, für den der Spatenstich gemacht ist? Wenn alles vielleicht länger dauert als geplant, dann liege das wohl daran, dass viele Aspekte und Bedenken berücksichtigt werden müssten, sagte Zerger. Sicher sei, die Biosphärenreservate  an der Route dürften nicht beeinträchtigt werden.

Megaprojekte können auch mit Nachhaltigkeit und sinnvollen Einrichtungen für das Wohl der Menschen in der Region wirken. Die betonten Teresa Espinola, Generaldirektorin touristische Produkte im Secretaría Nacional de Turismo (Senatur) in Paraguay sowie Guido Spadafora, Botschafter Panamas in Deutschland. So würden bei Itaipu zusätzliche Schulen und Krankenhäuser gebaut und Naturreservate angelegt.

Am Panama-Kanal sind nun Forschungsinstitute angesiedelt zum Beispiel zum Thema Tropenkrankheiten. Ureinwohner in den nahen Wäldern freuen sich über Einnahmen aus dem Tourismus in ihren Dörfern. Schildkröten brüten nahe am Wasser. Andreas M. Gross, Präsident der ARGE Lateinamerika bestätigte diese Schilderungen. Klar sei auch, dass solche spektakulären Bauwerke nicht für Touristen geschaffen werden, sondern für die Bevölkerung, um natürlich Energie zu gewinnen und zusätzliche Wasserreservoirs zu haben.

John Garry, Account Director, Lieb Management & Beteiligungs GmbH sowie Matthias Sorke, Area Manager, Studiosus, unterstrichen, die meisten Touristen würden heute genau hinschauen, ob bei solchen Bauwerke auch sozialverträglich für die Menschen investiert werde und Flora und Fauna geschützt würden. Auch sie hielten ein Plädoyer für den Erhalt der Biodiversität.  Die sei das Kapital der Länder und des Tourismus.

Bernd Kubisch

http://www.lateinamerika.org/

Halle 23.b /  Stand 213   

 

Pressekontakt: Andrea Trempel

E-Mail: andrea.trempel@lateinamerika.org

Telefon: + 49 176 6827 4943

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