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Mobilitätsdienstleister Uber bedroht nicht Taxi-Branche, sondern Automobilindustrie

Im Jahr 2012 beschäftigte Uber weltweit rund 70 Mitarbeiter. Zwei Jahre später sind es 2.200 – und über 140 Millionen Fahrten, die das innovative Mobilitäts- und „Mitfahr“-Unternehmen in 70 Städten der Welt vermittelt (darunter Singapur, Paris, San Francisco – Indien ist nach den USA der größte Markt). Die App verbindet Menschen, die andere befördern wollen, und solche, die einen Transport suchen – allerdings gezielter, zahlungskomfortabler (weil strikt bargeldlos) und für beide Seiten sicherer als die traditionelle Industrie, findet Pierre-Dimitri Gore-Coty, General Manager West- und Nordeuropa, Uber.
Jeder Fahrer und jeder Kunde sei registriert. Es gebe beiderseitige Bewertungsmöglichkeiten, beispielsweise um eine riskante Fahrweise, schlechtes Verhalten oder Sicherheitsmängel am Fahrzeug bekannt zu  machen – wovon bisher eher Gäste als Fahrer gebraucht machten. Man coache jene Fahrer, die vermehrt ungünstige Bewertungen erhielten und kümmere sich vor allem um zweierlei: Allseits Vertrauen in den Service zu fördern – und möglichst viele Menschen in den Genuss einfacher Mobilität kommen zu lassen.
„Unser größtes Problem ist Ignoranz“, sagt Gore-Coty. „Unsere Hauptaufgabe ist, Uber zu erklären. 99 Prozent aller Debatten drehen sich heute darum, dass wir den Taxi-Markt kaputt machen. Dabei bedrohen wir eine ganz andere Branche: die Automobilindustrie.“ Erstens boomten die Personenbeförderungsmärkte, in die Uber einziehe (in San Francisco vervierfachte sich das Volumen in nur 2,5 Jahren von 120 auf 500 Millionen US-Dollar, in Paris habe sich die Zahl der Limousinen-Fahrer in vergleichbarer Zeit auf heute 10.000 Anbieter verzehnfacht, die alle Geld verdienten). Zweitens ziele Uber auf nutzen statt besitzen. Gerade in den Metropolen führe das zum Umstieg vom eigenen Auto auf Mobilitätsdienste. Hier sieht Gore-Coty noch exponentielle Wachstumspotenziale. „Die eine Milliarde Autos, die es auf der Welt gibt, werden nur vier Prozent des Tages genutzt – um eine Person zwei Mal am Tag zu bewegen. Den Rest der Zeit verstopfen sie die Straßen.“ Das habe keine Zukunft. Alle Unternehmen, die derzeit auf Sharing setzten (Car2go, Drive-now etc.) begrüße er als Mitstreiter, nicht als Wettbewerber: „Sie werden die Transition vom eigenen Pkw zur neuen Mobilität mit antreiben.“
Eine weitere Herausforderung sei die lokale Gesetzgebung: „Kein Markt ist weltweit so reguliert wie das Taxi-Geschäft – oft aus gutem Grund“, sagt Gore-Coty. Dem sensibel zu begegnen und individuelle Lösungen mit den Behörden zu entwickeln, sei ein Schlüssel. Da mache alles Sinn, was die Qualität sichere, die Sicherheit steigere und die lokale Wirtschaft fördere. Gerade in Europa sei es derzeit jedoch schwierig, aufgrund der hohen Regulierung Fahrer zu gewinnen, weil Lizenzkosten, langwierige Zulassungsprozesse und anderes mehr immer noch hohe Eintrittsbarrieren darstellen. „Das bremst Wachstum“, sagt Gore-Coty. Die Frage sei, wie lange noch.     Isabel Bommer
 

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