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Nachhaltigkeit ist nur eine Frage der Kreativität

„Natürlich ist es einfach, Abfalleimer zur Mülltrennung aufzustellen“, sagte Mike Freed. Er betreibt die Cavallo Point Lodge in Kalifornien auf „der anderen Seite von Golden Gate“. Die Frage bei der Podiumsdiskussion der Preisträger der World Legacy Awards von National Geographics auf der ITB Berlin 2015 lautete, ob es schwer sei, nachhaltig zu sein. Freed antwortete glasklar: „Es ist schwer, nicht nachhaltig zu sein“, und ergänzte, man müsse nur langfristig denken, weil man dann erkenne, dass sich Nachhaltigkeit auch ökonomisch auszahle. „Es ist nur eine Frage der Kreativität.“ Weil es mit der Cavallo Point Lodge gelang, 17 historische Gebäude einer heruntergekommenen Militärbasis in ein Urlaubsresort zu verwandeln, hat sie den Preis erhalten, den auch die ITB Berlin unterstützt. 
Oslin Sevinger dagegen steht noch einiges bevor: Er ist Infrastrukturminister von Aruba. Der Inselstaat wurde ausgezeichnet, weil er bis 2020 energetisch von fossilen Brennstoffen unabhängig sein will. „Die gesamte Bevölkerung musste mitziehen“, sagte Sevinger. „Wir haben sie aber alle überzeugt.“ Aruba hat 105.000 Einwohner und beherbergt 1,7 Millionen Touristen jährlich. Zurzeit betrage die Quote der aus erneuerbaren Quellen erzeugten Energie 35 bis 40 Prozent, nächstes Jahr sollen es 50 bis 60 Prozent sein, sagte Sevinger. „Der Rest wird sehr schwierig, weil wir die überschüssige Energie der wind- und sonnenreichen Perioden für die übrige Zeit speichern müssen.“ Aruba denkt an Unterwasser-Speicher.
Die letzte Meile des Weges zur vollständigen Nachhaltigkeit wird die schwierigste, da waren sich alle Preisträger einig. „Wenn du die Umwelt schützt, erhöhst du die Attraktivität deines Unternehmens für die Touristen, und dann werden immer mehr kommen“, sagte Jose Ramapuram von der Orange County Lodge in Indien, die mit „Green Teams“ ihre umweltschonenden Maßnahmen überwacht und ebenfalls preisgekrönt wurde.
Ganz weit weg von den Ursprungsländern der Touristen ist das Gebiet der Huarani in Ecuador. Es sei nicht einfach, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen und ein Gleichgewicht zwischen ihnen herzustellen, berichtete Jascivan Carvalho von dem Preisträger Tropic Journeys in Nature. In mehr als zehn Jahren „Versuch und Irrtum“-Arbeit sei es aber doch gelungen, dass jetzt die Einheimischen die Lodge im Regenwald des Amazonas-Gebiets selbst betreiben.
Einen langen Atem brauchten auch die Betreiber des fünften Preisträgers, des Huilo Huilo Reservats im chilenischen Patagonien. Privatwirtschaftlich organisiert, entzogen sie mit ihrem Ökotourismusprojekt bisher rund 1.000 Quadratkilometer Regenwald der Nutzung durch die Holzindustrie. „Seit fünf Jahren kümmert sich die Regierung auch um die Privatunternehmen“, sagte Rodrigo Mata von der Lodge, „davor hat sie unseren Themen nicht sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt.“ Es sei ein langer Weg gewesen.     Thomas Rietig
 

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