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Nachthimmel in Gefahr: Astrotourismus macht Dunkelheit zur wichtigen Ressource

Sternenhimmel

Zwei Drittel der Europäer haben die Milchstraße noch nie gesehen. Vor 200 Jahren hätte sich keiner diesen mangelnden Blick auf die Sterne leisten können. Als Navigationshilfe, Zeitmessinstrument, Schicksalsverkünder haben die funkelnden Diamanten am Nachthimmel heute zwar nahezu ausgedient – als Naturschauspiel haben sie an Faszination seit der Erfindung des künstlichen Lichts allerdings enorm gewonnen.

Tatsächlich bedarf der Nachthimmel des Schutzes, finden Dr. Andreas Hänel und Harald Bardenhagen, der eine Direktor des Planetariums im Museum am Schölerberg, der andere CEO von „Sterne ohne Grenzen“ und Leiter des Sternenparks im Naturpark Eifel.

Die beiden Astronomen kämpfen gegen Lichtverschmutzung und für natürliche Dunkelheit, auch auf dem 12. Pow Wow für nachhaltigen Tourismus auf der ITB Berlin 2017. Dies nicht nur, weil jede Laterne, die das Universum statt den Boden beleuchtet, Energieverschwendung und unnötige CO2-Emissionen verursacht, sondern auch, weil viele nachtaktive Lebewesen (das sind beispielsweise 63 Prozent aller Säugetiere) und insbesondere der Mensch Dunkelheit (und Biodiversität) zum Überleben brauchen. So ermöglicht der natürliche Tag-Nacht-Rhythmus Schlaf und Zellregeneration, taglicht-freie Phasen schützen laut neuester Forschung vor Krebs.

Noch viel wichtiger: Der sternenvolle, naturdunkle Nachthimmel ist Quelle für Inspiration, für Fragen nach der Vergangenheit und Zukunft. Ein einzigartiges Erlebnis, das für kommende Generationen erhalten werden sollte. „Es gibt viele Möglichkeiten, diese natürliche Ressource in touristische Produkte einzubauen“, sagt Bardenhagen – nicht nur in Destinationen Tausende von Kilometern außerhalb Europas, sondern am liebsten auch gleich nebenan, in Rhön, Eifel oder Havelland.              

Isabel Bommer

Halle 4.1B

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