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Slum-Tourismus muss sensibel vorbereitet werden

Ob Johannesburg, Mumbai oder Rio, zunehmend entdeckt der Tourismus auch die Slums. Ein Geschäft mit der Armut oder Hilfe zur Selbsthilfe? So lautete der Titel einer Podiumsdiskussion auf dem CRS Day im Rahmen des ITB Berlin Kongresses. Um die Teilnehmer angesichts doch starker moralischer Zweifel vom Gefühl des Sozialvoyeurs zu befreien, würden ihnen die Veranstalter das Gefühl suggerieren, Kultur- und Bildungsreisende oder gar Entwicklungshelfer zu sein, so Malte Steinbrink, Sozialgeograph der Universität Osnabrück . Asim Shaikh ist selbst in Dharavi aufgewachsen. Das Armenviertel von Mumbai gilt mit rund einer Million Bewohnern als der größte Slum Asiens. Heute ist er Tour Guide Manager von Reality Tours, die hier geführte Exkursionen für Touristen anbieten, um Vorurteile abzubauen und den Bewohnern zu helfen. 80 Prozent der Einnahmen gehen in caritative Projekte.
Thulani Madondo leitet ein Jugendprogramm in Kliptown, einem Township von Soweto, und will mit den Führungen Brücken bauen, um die Lebensumstände der Menschen zu verbessern. Weil sich die Innenstädte der Welt immer mehr gleichen, wollen die Kunden andere Wege gehen und sehen, wie die Menschen leben, sagte Peter Strub, Vorstandsmitglied von Studiosus Reisen.  Für Antje Monshausen, Leiterin vom Tourism Watch bei Brot für die Welt besteht die Gefahr eines einsetzenden Massentourismus in den Slums, wie ihn Malte Steinbrink bereits in einigen Favelas in Rio de Janeiro ausgemacht hat. Am Ende der Diskussion befürwortete die Mehrheit der Diskussionsbesucher einen Slum-Tourismus, der sensibel vorbereitet und kompetent geführt werden sollte.      Rainer During

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