Navigation | Seiteninhalt | Zusätzliche Informationen

Seiteninhalt

Tourismus im Zeichen des Klimawandels: Die Perspektiven sind düster

ITB Kongress 2017, Klimawandel

„2016 war das wärmste Jahr seit zwei- bis dreitausend Jahren, und am vom Menschen verursachten Klimawandel kann kein Zweifel bestehen“, ist sich Prof. Dr. Lučka Kajfež Bogataj, Klimatologin an der Universität von Ljubljana und ehemalige stellvertretende Vorsitzende  des IPCC, und sie belegte diese Aussage mit erschreckenden Zahlen und Indikatoren: Die Polkappen schmelzen, die Meeresspiegel steigen, extreme Klimaereignisse treten häufiger auf, Tierarten verändern ihre Wandergewohnheiten. „Das in Paris vom Weltklimagipfel vereinbarte Ziel, den durchschnittlichen Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen besteht nur auf dem Papier, und es würde auch nicht mehr ausreichen“, ist sich Prof. Kajfež sicher. Ohnehin seien zwei Grad anstieg bereits problematisch, da so schon etwa zwei Milliarden Menschen direkt betroffen wären – von zurückgehenden landwirtschaftlichen Erträgen, Wassermangel, extremwetterlagen, kollabierenden Ökosystemen und Gesundheitsproblemen. Und dies betrifft natürlich auch touristische Destinationen, die an Attraktivität verlieren oder, wie die Malediven, ums Überleben kämpfen müssen. Leider gibt es nur wenig, was der Einzelne tun kann, um diese Entwicklung zu bremsen. „Etwa drei Prozent der Menschen beeinflussen durch ihr Reiseverhalten das Klima unmittelbar“, so Kajfež. Dennoch sollte jeder darüber nachdenken, ob etwa Schneekanonen die richtige Lösung bei Schneemangel sind oder mehrere Kurzreisen zu verschiedenen Zielen nicht durch einen längeren Aufenthalt ersetzt werden könnten. „Tourismusströme sollten nicht maximiert, sondern optimiert werden.“

Eine andere Perspektive auf die von ihm als klein und zerbrechlich empfundene Welt hatte der Biologe, Pilot und Alpinist Matevž Lenarčič, der seit 2012 im Rahmen des Projekts worldgreenflight auf globalen Langstreckenflügen mit Ultraleichtflugzeugen die Rußpartikelbelastung der Atmosphäre bis in Höhen von 3.000 Metern untersucht. „Durch menschgemachte Luftverschmutzung sterben jährlich etwa sieben Millionen Menschen“, schildert Lenarčič die Konsequenzen der Belastung, die er selbst am Mount Everest oder nahe der Arktis messen musste. Und auch er sah nur wenig Hoffnung, denn selbst so genannte „Grüne Energie“ aus Windrädern und Solarkraftwerken hat zahlreiche Nebenwirkungen. Das Fazit von Bogataj und Lenarčič war dann auch desillusionierend: Nur ein radikaler Wandel könnte etwas bewirken, und den sehen beide nicht.

Robert Kluge

www.itb-kongress.de

Nike Blazer High

ITB Berlin auf Facebook

ITB Berlin auf Twitter