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Wellness mit Wirkung: Medical SPA Hotels boomen in Russland

Auszeit, verstecken, nicht erreichbar sein – gesund zurückkommen. Im sowjetischen Russland war das lange Zeit staatlich finanziert. Ein bis zwei Aufenthalte pro Jahr in einem Sanatorium standen jedem Bürger zu und wurden auch gerne in Anspruch genommen. Die strengen Regularien der spartanisch ausgestatteten Kur- und Rehabilitationseinrichtungen, die sogar die Zubettgehzeiten vorschrieben, sind heute jedoch Geschichte. Genauso die intensive, öffentlich finanzierte wissenschaftliche Begleitung der Therapien. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion endete die Förderung.

Was blieb, war die besondere Tradition und Kompetenz, traditionelle Heilmethoden und ganzheitliche Erholung zu verbinden. So konnte sich, beginnend im Beauty- und Wellnesssegment, ein ganz neuer Tourismuszweig herausbilden: Medical SPA Hotels boomen im wohlhabenden Russland. Sie verstehen sich als Mischung aus Fünf-Sterne-Resort und Reha-Einrichtung, die medizinische Betreuung, Diagnostik und individuelle Behandlungsprogramme einer Klinik mit Luxus und Service auf Top-Niveau verbinden. Der Wunsch nach Entgiftung und Diät ganz nebenbei, nach Schönheitsoperations-Vor- und Nachsorge in exklusiver Wohlfühlatmosphäre, nach Familienurlaub, der mühelos nachhaltig fit und gesund macht, ist offenbar verbreitet. In der Leistungsgesellschaft gilt es eben, immer mehr Dinge zeitlich zu synchronisieren. Auch Aktiv-sein und Nichts-tun.

Entsprechend Zulauf finden damit Angebote, bei denen man den Übergang zwischen Erholung und Behandlung nicht mehr merkt. „Eine unserer größten Herausforderungen ist derzeit, Personal zu finden, das medizinisches Know-how und hohe Servicementalität nahtlos integriert“, sagte Elena Bogacheva, Präsidentin Spa and Wellness International Council (SWIC) heute auf dem ITB Experts Forum Wellness auf der ITB Berlin 2017. Ferner gelte es, die bisher doch recht teuren Angebote für einen breitere Klientel erschwinglich zu machen. Nicht zuletzt erwartet die Psychologin wichtige Wachstumseffekte von der Etablierung von Standards für das neue Hybrid-Segment, die es für Hotels und Kliniken bisher nur separat gibt.

Isabel Bommer

www.itb-kongress.de

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