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Wird „Overtourism“ zur Bedrohung?

In vielen Städten regt sich Widerstand gegen den zunehmenden Tourismus. Aber auch Reisende haben vielerorts zunehmend das Gefühl, Teil einer anonymen Verfügungsmasse zu sein. Alle Teilnehmer des Keynote-Panel „Overtourism revisited“ der ITB Berlin konnten von solchen Erlebnissen berichten.

Ist Overtourism dabei, ein ernstes Problem für die Tourismusindustrie zu werden? Dieser Aussage stimmten in einer Smartphone-Umfrage 72 Prozent der Zuhörer im Saal zu. Höchste Zeit dagegenzuhalten, meinte Sunita Rajan, Senior Vice President Advertising Sales von CNN, auf der ITB Berlin. „Overtourism ist ein gefährliches Buzzword, das eine ganze Branche in Gefahr bringt.“ Denn Tourismus bringe Wachstum und Jobs in die Regionen.

Die Erhebung von Eintrittsgeldern, wie es Venedig vormacht, sei eine Möglichkeit Touristenströme zu steuern, bestätigte Dr. Manuel Butler Halter, Executive Director der World Tourism Organization UNWTO. Aber sie sei kein langfristiges Mittel. Welcher Einwohner wolle schon dauerhaft das Gefühl haben, in einem Museum zu leben, für das man Eintritt bezahlt? Dazu komme, so ein Einwand aus dem Publikum, „dass sich dann nur noch Reiche leisten können, bestimmte Orte zu besuchen“. Die Gäste hatten die Möglichkeit, über ihre Smartphone Kurznachrichten direkt auf den Whitescreen zu posten.

In Dubrovnik sind Eintrittsgelder keine Option, versicherte Romana Vlasic, Direktorin des Tourist Bureau der kroatischen Stadt Dubrovnik. Und das, obwohl auf 40.000 Einwohner pro Jahr zwei Millionen Touristen kommen. Davon übernachten 1,3 Millionen in der Stadt, die anderen sind Kreuzfahrer. Man setze auf die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung. „Man muss ihnen das Gefühl geben, involviert zu sein und die Entwicklung selbst steuern zu können“, so Vlasic. „Wir müssen auf ihre Stimmen hören.“

„Tourismus bringt eine Menge Gutes zu den Menschen“, erklärte Prof. Dr. Albert Postma von der niederländischen Universität Stenden. Über nachhaltigen Tourismus werde schon seit vielen Jahren diskutiert. Nun aber stelle sich allmählich die Frage, ob die Wirtschaft es noch alleine richten könne und wer die Akteure des Wandels sein werden: „Wer übernimmt die Verantwortung?“

Mirko Heinemann

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