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Automatisierte Übersetzung und nahtlose Reiseerlebnisse: Tourismus meets Hightech

Neue Technologien für Tourismusanbieter – in der eTravelWorld auf der ITB Berlin wurden zwei interessante Anwendungsfelder vorgestellt.

Künstliche Intelligenz erobert das Tourismusmarketing

Hotelketten, Hotelportale, Kreuzfahrtanbieter und Airlines haben ein gemeinsames Problem – wie gestalten sie ihre Webseiten so, dass die Informationen für den jeweiligen Nutzer in der entsprechenden Landessprache dargestellt werden und dann noch so präsentiert werden, dass der Nutzer genau die Inhalte angezeigt bekommt, die für ihn persönlich besonders relevant sind? Dr. Kevin Ashbridge von SDL plc präsentierte im Rahmen des eTRAVEL LAB auf der ITB Berlin tragfähige Lösungen. Er plädierte dafür, Objektbeschreibungen durch künstliche Intelligenz automatisch erstellen zu lassen – und auch die Übersetzung und die Verbreitung weitgehend den neuronalen Netzwerken zu überlassen. Sein Unternehmen hat hierfür ausgefeilte Strategien entwickelt, die von der Hälfte der TOP 10 Fluggesellschaften und von der Hälfte der führenden weltweiten Hotelketten bereits genutzt werden.

Die Vorteile des automatisierten Verfahrens liegen für ihn klar auf der Hand: Es geht deutlich schneller und spart Kosten. Die Vorgehensweise bei der Übersetzung, so erklärte er weiter, habe sich in den vergangenen Jahren komplett gewandelt, statt mit statischen Modellen arbeitet die Software mittlerweile vorwiegend mit Mustererkennung. SDL liefere seinen Kunden zudem Blueprints, die den für den Nutzer relevanten Inhalt innerhalb der Website-Hierarchie und bei der App-Nutzung passgenau ausspielen. Die Bedeutung richtig eingesetzter Worte, so beteuerte Ashbridge, werde in Zukunft deutlich steigen, vor allem durch den Vormarsch der auf künstlicher Intelligenz basierenden Sprachsteuerung.

Alternative zur Insellösung: Der digitale Concierge

Reisende überwinden physische Grenzen, doch sie stoßen beim Reisen auch häufig auf technologische Grenzen. Für jeden einzelnen Schritt und Bedarf einer Reise eine eigene App nutzen, das kann nerven. Hier gibt es das Taxi, dort kann man den Restauranttisch reservieren, hier die Fahrkarte buchen – warum gibt es nicht alles in einem? Im Rahmen eines von der EU mitfinanzierten Projekts wurden die technologischen Grundlagen für einen digitalen Concierge geschaffen, der Anbieter dazu in den Lage versetzt, ihren Kunden endlich eine nahtlos integrierte Reiseerfahrung zu verschaffen.

Jorge Vieira da Silva, der Generalsekretär der MASAI Mobility Community, stellte diese Technologie im Rahmen der eTravelWorld auf der ITB Berlin persönlich vor. Der digitale Concierge in der Westentasche, so da Silva, sei in der Lage, die Bereiche Mobilität, Unterkunft, Essen, Events und Aktivitäten gleichermaßen abzudecken. „Es geht uns darum, das Reisen so schmerzfrei wie möglich zu gestalten, es soll so wenig Probleme wie möglich geben“, erläuterte da Silva. „Der Kunde soll nicht mehr von einer App zur andere springen, die Fragmentierung des Kundenwegs soll aufgehoben werden und ersetzt werden durch eine nahtlose Reiseerfahrung.“ In Nizza in Südfrankreich und in der portugiesischen Stadt Cascais seien Serviceangebote, die auf der MASAI-Technologie basieren, schon im Einsatz. Und auch die Deutsche Bahn nutze diese Technologie bereits für ihren digitalen Concierge.

Rainer Heubeck

www.sdl.com http://masai.solutions/

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