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Die Bedeutung von Influencern schwindet

Sie gelten als der letzte Schrei im Destinationsmarketing: Influencer. Doch welche Bedeutung haben die vieltausendfach geklickten professionellen Instagrammer, Youtuber und Twitterer wirklich? „Sie sind weniger einflussreich als noch vor einigen Jahren“, erklärte Daniela Briceño Schiesser, Senior Project Director bei infas quo, auf der ITB Berlin.

Ein Intensiv-Workshop des Marktforschungsunternehmens mit jungen Reisenden habe ergeben, dass Influencer zwar als Impulsgeber wahrgenommen werden, ihre Bedeutung bei der Reiseentscheidung der Millennial-Generation werde aber überschätzt. Denn inzwischen habe sich  herumgesprochen: „Die machen auch nur Werbung.“ Wichtiger seien Empfehlungen von Freunden und das Fernsehen, so wecken etwa Spielorte von Serienproduktionen großes Interesse.

Der Marketing-Experte Colin Fernando von BrandTrust ergänzte, das Thema Influencer habe in den Unternehmen einen derartigen Hype entwickelt, dass es oft zur Chefsache gemacht würde, anstatt beim Marketing zu verbleiben. „Hier aber können Fehler passieren. Denn nicht jeder Influencer, den der Chef gut findet, passt zur Marke.“ Influencer-Marketing sei sinnvoll, aber im Rahmen einer ausgeklügelten Strategie, in der neben klassischer Werbung auch Testimonials und etwa spezialisierte „Mikro-Influencer“ mit weniger Followern eine Rolle spielen könnten.

Trotz allem sei Instagram keinesfalls tot, wie die aktuelle Debatte um Overtourismus in manchen von Instagrammern beworbenen Regionen zeige, sondern werde nach wie vor geschätzt. Man wisse, dass viele Bilder geschönt sind, dennoch klicke man sie gern an. Schiesser empfiehlt den Destinationen, selbst auf den sozialen Medien zu Influencern zu werden. Destinations-Posts würden zwar auch als Werbung verstanden, könnten aber von den Followern als solche eingeordnet werden und somit eine effektive Ansprache sein.

Mirko Heinemann

 

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