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China: Verrückt aufs Reisen - Europa sehr beliebt

Yan Han, Deputy Secretary General WTCF (World Tourism Cities Federation)

China ist heute weltweit auch im Tourismus eine bedeutende Macht. Seit über zehn Jahren steigt die Reisekurve im Outbound Tourismus steiler. Yan Han, Deputy Secretary General WTCF (World Tourism Cities Federation), sagte: „Die Einkommen sind höher, durch Fernsehen und Internet sind die Chinesen neugieriger geworden auf andere Kulturen und Länder. Und das Reisen ins Ausland wurde von der Regierung erleichtert." Die Chinesen wollen Kultur, Geschichte, historische Bauwerke, Museen, Kunst, Gemälde, aber auch Unterhaltung und, falls sie nach München reisen, auch ein Spiel des FC Bayern sehen, sagt der WTCF-Manager. „Fußball ist beliebt bei uns. Viele meiner Landsleute sind generell gut informiert über Deutschland." Zum Reisepaket gehört bei über 90 Prozent der Chinesen eine gute Reiseversicherung.  „Sicherheit und Gesundheit sind ganz wichtig bei der Reisevorbereitung."

Über 75 Prozent von Chinas Reisenden glauben, dass Tourismus eine wichtige Bedeutung hat, um Lebensqualität und Glück zu verbessern, ermittelt eine WTCF Untersuchung zu Chinese Outbound Tourism, die dem ITB Destination Day des ITB Berlin Kongresses vorgestellt wurde. Und immerhin ein Drittel der Reisenden aus dem Land der Mitte messen dem Tourismus so viel Bedeutung bei wie Liebe oder Familie.

Weil Chinas Exporte seit Jahren auf dem Wachstumspfad sind, werden Outbound Geschäftsreisen immer wichtiger. Wer reist, macht das im Schnitt fast fünf Mal im Jahr. Wer das Geld hat, fliegt auch ferne Ziele an. Ein Chinese gibt zum Beispiel bei einer Reise nach Argentinien und Brasilien im Schnitt umgerechnet 7.250 US Dollar aus, Südostasien wie Thailand oder Myanmar kosten etwa 1.450 US-Dollar im Schnitt, erläuterte WTCF-Manager Han. Ein bisschen erinnert die Reiselust der Chinesen an die von US-Bürgern: möglichst viele europäische Länder in vergleichsweise kurzer Zeit.

Natürlich lieben die Chinesen bei ihren Auslandsreisen Metropolen, vor allem europäische wie London, Paris, Rom, Mailand, München und Berlin. Auch Frankfurt am Main sei bekannt. Wieso? „Auch wegen des großen Flughafens", sagt Han. „Auf dem Weg zur ITB Berlin mussten ich und viele andere in Frankfurt umsteigen." Er blickt optimistisch in die Zukunft, auch was die Zusammenarbeit mit Berlin betrifft. Tourismusverantwortliche in seinem Land wünschten sich eine verstärkte Kooperation mit der Messe Berlin im Tourismusbereich und bei Messen. Das gelte vor allem für die Millionenmetropolen Peking, Schanghai und Guangzhou.

Generell angesprochen auf Visa-Erleichterungen im internationalen Reisemarkt unterstrich Han, dass diese sehr willkommen seien und den Tourismus fördern würden. Als Beispiel nannte er  China, das seit einiger Zeit bestimmte kombinierte Städtereisen ohne Visum ermöglicht. Dr. Song Rui, Director of Tourism Research Centre, Chinese Academy of Social Sciences, bestätigte den positiven Einfluss von visafreiem Reisen. Viele Länder gestatteten nun auch einen längeren Aufenthalt und zumindest Visa on Arrival oder die Online-Bestellung der erforderlichen Dokumente, sagte die Direktorin bei der Vorstellung der World Tourism Economy Trends 2017 auf dem ITB Berlin Kongress.

Internationales Reisen sei ein ganz wichtiger Motor der Weltwirtschaft. Wie Dr. Song Rui erläuterte, haben das Wachstumstempo des weltweiten Reisens sowie das der Tourismusindustrie in den letzten Jahren das Wachstum der globalen Wirtschaft überflügelt.

Die World Tourism Cities Federation ist eine internationale Non-Profit Tourismus Organisation. Sie hat 181 Mitglieder (119 Großstädte und 62 Institutionen) und sitzt in Peking.

Bernd Kubisch

http://en.wtcf.org.cn/

Pressekontakt: Jenny Cai

E-Mail: caihua@wtcf.org.cn

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