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In-Destination Services: Jagd auf ein 170 Milliarden US-Dollar Markt hat begonnen

In-Destination Services – der digital gestützte Vertrieb touristischer Aktivitäten vor Ort – gilt derzeit als größtes Wachstumssegment der Reisebranche. Experten beziffern sein Volumen auf USD 170 Mrd. So stellt sich die Frage, warum sich in den letzten 20 Jahren niemand an diesen großen Kuchen herangetraut hat.

„Dieser Markt ist hoch fragmentiert und sehr lokal“, sagt Anna Kofoed, Senior Vice President Amadeus Nord-, Ost-, Süd- und Zentraleuropa. „Für große Segmente gibt es schnell technische Standards. Die vielen Kleinstanbieter gehen erst jetzt nach und nach mit ihren Produkten online. Das verändert vieles.“

„In der Tat ist dieses Geschäft komplex und hoch spezialisiert. Es ist einfach schwierig, Zugriff auf die vielen Services zu bekommen, zu sichern, dass sie auf Dauer bestehen und halten, was sie versprechen, und zu wissen, was nur Ortskenner wissen können“, ergänzt Laurent de Chorivit, COO Evaneos.    

Bisher übernahmen es Veranstalter, die Aktivitäten vor Ort auszugestalten. Evaneos hat sich dafür entschieden, über seine Plattform Kontakt zu über 1.300 geprüften und technisch ausgerüsteten lokalen Experten herzustellen, die die individuelle Reiseplanung für Kunden übernehmen. Andere, wie Alex Bainbridge oder Lax Poojary, entwickeln mit Autoura und TouringBird innovative Plattformen, die In-Destination-Self-Service für Anbieter und Reisende unterstützen.

„Warum jetzt? Nun: Mobile hat die Welt erobert“, sagt Autoura-CEO Bainbridge. „Reisende informieren sich nicht mehr drei Wochen im Voraus über Aktivitäten vor Ort – sie gewöhnen sich daran, Preise, Verfügbarkeit und Buchungsmöglichkeiten auf ihrem Smartphone zu finden, und zwar am Vorabend.“

Mehr als kostenpflichtige Geheimtipps

Zu dem Wunsch, die Standard-Attraktionen zu besichtigen, gesellt sich die Sehnsucht nach dem „authentischen“ Erlebnis abseits ausgetretener Pfade: Morgens den Eiffelturm sehen und abends beim Open-Table-Dinner mit Franzosen plaudern – beides wird jetzt möglich und nachgefragt. Denn wir haben es im Netz zunehmend mit Urlaubs- und Freizeitreisenden zu tun, nicht mehr nur mit Flug- und Hotelreservierungen für Geschäftsreisende.

Und das heißt auch: „Leisure Traveller interessieren nicht nur kostenpflichtig buchbare Geheimtips, sondern auch Attraktionen, die keinen Cent kosten“, so Lax Poojary. Wer In-Destination-Services vermarktet, sollte also auch den Strandspaziergang mit Fischern im Morgengrauen, Plätze für ungewöhnliche Fotos der Frankfurter Skyline und ähnliches mehr im Programm haben.

Persönlicher Rat bleibt hoch gefragt

„Nicht zu vergessen“, gibt Anna Kofoed ein: „46 % aller Menschen, die einen Trip bei uns gebucht haben, haben unseren Chat genutzt.“ Hinter der Hälfte aller Buchungen steht also ein kurzes klärendes Gespräch. Ob Service-Roboter das eines Tages übernehmen können oder wir weiterhin lokale Experten einsezten: Ums Fragen-Beantworten kommen wir bei In-Destination Services auf lange Sicht wohl nicht herum.

 

Isabel Bommer

 

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