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Eröffnungs-Pressekonferenz der ITB Berlin: Digitalisierung, Sicherheit und Artenschutz

Eröffnungs-Pressekonferenz der ITB Berlin Podium

Medienvertreter erfuhren aus erster Hand mehr über die aktuelle Herausforderungen der Reisebranche und die Neuheiten auf der größten Reisemesse der Welt. Der Tourismusminister des offiziellen Partnerlands Botswana stellte die Erfolge und Bemühungen im Kampf gegen Wilderei vor.

Im Palais am Funkturm versammelten sich am Dienstag, 7. März 2017, ab 10 Uhr nationale und internationale Journalisten, um sich über die Neuheiten und Entwicklungen der Leitmesse der globalen Reiseindustrie zu informieren. Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin, sieht dieses Jahr große Herausforderungen auf die Branche zukommen, unter anderem durch die fortschreitende Digitalisierung. Dennoch bleibe die ITB Berlin im Kern eine Messe, auf der sich Menschen miteinander verbinden, Millionen neue Kontakte geknüpft werden und persönliche Treffen Vertrauen schaffen in einer digitalen Welt: „Vertrauen bildet die Grundlage für Geschäfte und gegenseitiges Verständnis. Die ITB Berlin bietet dafür einen einzigartigen Überblick über die Tourismuswirtschaft und die gesamte Wertschöpfungskette.“

S.E. Tshekedi Khama II, Tourismusminister des diesjährigen Partnerlands Botswana, war zur Pressekonferenz angereist, um den Medienvertretern insbesondere die Projekte rund um nachhaltigen Tourismus und Tierschutz vorzustellen. Der Binnenstaat hat sich einem konsequenten Vorgehen gegen Wilderei verschrieben und konnte dabei schon etliche Erfolge verzeichnen: „Wir haben uns aktiv für den Schutz der Tiere entschieden. Im Rest Afrikas sterben jeden Tag bis zu 100 Elefanten durch Wilderei. In Botswana verlieren wir hingegen 32 Elefanten pro Jahr durch Wilderei.“ Mit einem Programm zur Umsiedlung von Nashörnern will das Land für den Schutz dieser gefährdeten Tiere sorgen. „Wir bringen 220 Nashörner nach Botswana und statten sie mit Transmittern aus, um immer über ihren Standort Bescheid zu wissen und sie so besser schützen zu können.“ Verantwortungsbewusster Eco-Tourism spiele eine wichtige Rolle in dem Land, in dem rund zehn Prozent der Bevölkerung vom Tourismus leben. Die Communities werden in den Kampf gegen die Wilderei einbezogen, viele Schutzprogramme werden direkt in den Gemeinschaften eingegliedert. Aktuelle Angebote und Informationen zum Partnerland Botswana finden Besucher dieses Jahr in Halle 20.

Den Blick auf die deutsche Reiseindustrie richteten auf der Pressekonferenz Dr. Michael Frenzel, Präsident, Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft e.V., und Norbert Fiebig, Präsident, Deutscher ReiseVerband e.V.. Mit aktuellen Zahlen und Erkenntnissen zeigten sie, wo die Reise in diesem Jahr hingehen wird. Für Dr. Michael Frenzel stehen insbesondere die Themen „Freedom to Travel“ und „Security“ im Mittelpunkt: „Freiheit und Reisen bedingen einander. Die Branche kämpft geschlossen für Reisefreiheit, denn unsere Kunden sind darauf angewiesen, ungeachtet von Religion oder politischer Gesinnung reisen zu dürfen.“ Die Sicherheitslage habe durchaus Einfluss auf die Reisentscheidungen, trotzdem sei Deutschland nach wie vor Reiseweltmeister. 2016 konnte ein Umschwung von Reisezielen im östlichen Mittelmeer Richtung westliches Mittelmeer verzeichnet werden. Dieser Trend werde sich dieses Jahr fortsetzen: „Spanien wird wieder ein gutes Jahr haben, ebenso Griechenland und Zypern. Eine gute Nachricht ist, dass Ägypten und Nordafrika wieder zurückkommen.“ Das Reiseland Deutschland verzeichnet mehr Übernachtungen, allerdings lässt die Dynamik nach. Deshalb fordert der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft auch das Gespräch mit der Regierung, um für bessere Rahmenbedingungen insbesondere für das deutsche Gastgewerbe und die Luftfahrtindustrie zu sorgen.

Für Norbert Fiebig, Präsident Deutscher ReiseVerband e.V., ist die ITB Berlin der erste Gradmesser für die Entwicklung des bevorstehenden Reisejahrs. Der Megatrend Digitalisierung setzt sich fort: „Deutlich mehr als ein Drittel der Reiseleistungen werden inzwischen online gebucht. Das bedeutet aber auch, dass zwei Drittel der Leistungen im stationären Vertrieb gebucht werden.“ Für Norbert Fiebig besteht der Wettbewerb der Zukunft nicht aus On- vs. Offline, da die meisten Produkte inzwischen auch online verfügbar sind. „Relevant wird sein, ob der Kunde seinen Urlaub direkt bei den Leistungsträgern oder Vermittlern bucht, oder ob sie ein komplettes Produkt bei einem Reiseveranstalter buchen und somit auch in Krisenfällen einen Experten an der Seite haben.“

Für ein etwas anderes Resümee der Pressekonferenz sorgt dieses Jahr erstmals die Berliner Illustratorin und Designerin Anne Lehmann. Die Illustratorin und Designerin fertigte auf der Veranstaltung mittels Graphic Recording in Echtzeit ein visuelles Protokoll an, das das Gesprochene in bunten Zeichnungen zusammenfasst. Bestaunt werden kann das Ergebnis im Medienzentrum der ITB Berlin in Halle 6.3.

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