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Flugreisen in der Kritik

Hier ging es wirklich heiß her: Auf der ITB Berlin sprach Niko Paech, Deutschlands bekanntester Wachstumskritiker. Der Siegener Wirtschaftsprofessor bekräftigte einmal mehr seine Kritik am wachsenden Flugverkehr und bescheinigte dem Flugtourismus in seiner heutigen Form, er sei eine „ökologische Barbarei“.

Paech war Gast auf dem „Heißen Stuhl“, einem Format für Kontroversen auf dem ITB Berlin Kongress. Sein Gegenspieler Michael Lutzeyer betreibt eine hochpreisige Lodge in Südafrika nahe Kapstadt. Er legt Wert darauf, dass die dort angebotenen Lebensmittel aus der Region kommen. Ein Drittel der touristischen Einkünfte fließen in eine Stiftung, die Naturschutz-Projekte fördert und vor Ort Schulen baut. Die Idee: „Unsere Gäste lernen bei uns, achtsam mit Ressourcen umzugehen. Wenn sie wieder nach Hause fahren, denken sie über ihren Wasserverbrauch und über die Nachhaltigkeit von lokalen Produkten nach“, so Lutzeyer.

Für den Wachstumskritiker Niko Paech ist es ein „seltsames Konzept“, dass man mit dem Flugzeug um die halbe Welt reise, um dort Nachhaltigkeit zu lernen. Naturschutz betreiben, das könne man vor Ort viel besser. Seine Grundsatzkritik richte sich nicht gegen den Tourismus an sich, sondern vor allem gegen den stark wachsenden Flugverkehr. Dessen CO2-Ausstoß beschleunige den Temperaturanstieg der Atmosphäre massiv. Wolle die Menschheit überleben, müsse der CO2-Ausstoß auf 2,5 Tonnen pro Person pro Jahr begrenzt werden. Zum Vergleich: Allein eine Flugreise nach Sydney verursache zehn bis zwölf Tonnen CO2. Eine Alternative, so Paech, sei „Slow Travel“, das Reisen mit nachhaltigen Verkehrsmitteln – und mit viel Zeit. 

Mirko Heinemann

 

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