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Geschichten erzählen mit allen Sinnen – Innovationen für das Destinationsmarketing

Nichts weniger als eine neue Form des Geschichtenerzählens kündigt Siegbert Mattheis an, die er am Beispiel des „Buch-App“ genannten Thrillers „Gift der Republik“ versinnbildlichen will. Es gibt den Titel bereits als traditionelles Buch, 400 spannend bedruckte Seiten, doch beim Lesen wird nur das Auge gefordert. Beim Hörbuch kommt der Hörnerv zum Einsatz, doch erst Film oder Theater verbinden Sehen und Hören und verstärken dadurch die Sinneseindrücke.

Geschichten haben Menschen durch geweckte Emotionen schon immer bewegt, nicht nur im übertragenen Sinn: Die Lektüre der Bibel ist für viele eine starke Motivation, Israel zu besuchen, nicht anders verhält es sich bei großen Romanen, die den Wunsch nach dem Erleben der Handlungsorte wecken. Nicht umsonst verzeichnet Neuseeland nach der Herr-der-Ringe-Trilogie einen Tourismusboom, und Frankreich und Spanien profitieren nach Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“ vom Jakobsweg.

Die digitale Welt der Smartphones und Touchpads ermöglicht eine neue Stufe der Interaktion: Durch die „Kinesthätik des Wischens“ auf einem Touchpad können neue Inhalte transportiert werden, die den verständlichen Wunsch nach Teilhabe, die „Meta-Motivation“, befriedigen kann. Mattheis nennt dies „kuratierte“ Reiseführer: In seine Buch-App sind Bildpunkte eingebettet, die Bilder, Filme, 360-Grad-Panoramen, Rätsel und Spiele zu Tage fördern, die die gelesenen Inhalte nach taktiler Aktion vertiefen. Dies kann völlig neue Ästhetiken bei verschiedensten Publikationen, besonders aber bei Reiseführern erzeugen, die nach der Wahrnehmung vielleicht den Wunsch nach tatsächlichem Besuch wecken. Ganz sicher sind damit die Möglichkeiten neuer Kommunikationstechnologien noch nicht ausgereizt, und man darf auf weitere Entwicklungen gespannt sein.

Robert Kluge
 

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