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Israel und Palästina: Kann Tourismus den Frieden beflügeln?

Interjections

Der Konflikt zwischen Israel und Palästina schwelt seit Jahrzehnten und ist immer schwerer zu verstehen. Nicht zuletzt der Gaza-Krieg im vergangenen Jahr scheint die Fronten immer weiter zu verhärten, eine Friedenslösung ist nicht in Sicht. Auf der ITB Berlin beschrieben Menschen aus beiden Ländern, die über den Tourismus miteinander verbunden sind, ihre jeweilige Situation in ihrem Land. Professor Dr. Dietlind von Laßberg vom Studienkreis für Tourismus und Entwicklung zeigte sich überzeugt: „Wenn es Frieden gäbe, wäre die Region eine der Top-Destinationen auf der Welt.“ Doch leider sei der Frieden weit entfernt. Und ob die Wahlen Ende März Veränderungen mit sich brächten, sei mehr als fraglich. „Vielleicht kann der Tourismus dazu beitragen, dass die Menschen, wenn sie nicht miteinander befreundet sind, so doch mit Respekt miteinander umgehen.“ Das sei doch eine Basis für Zusammenarbeit, auf der aufzubauen sei.
Annette Heger, Bereichsleiterin Naher Osten bei Biblisches Reisen, erzählte aus so einem Zusammenarbeitsalltag: Sie arbeite mit Palästinensern und jüdischen Israelis zusammen, das sei ihr Anteil am Nachhaltigkeitsgedanken. Doch nicht jeder Tourist wolle sich mit dem Konflikt auseinandersetzen, viele buchen einfach eine „Israel-Reise“ und freuen sich auch über drei Nächte Bethlehem, alles andere sei ihnen egal. Doch stelle sie immer wieder fest, dass die Palästinenser an vielen Stellen vom Tourismus ausgeschlossen werden. „Jeder Veranstalter hat die Verantwortung, alle Parteien gleichermaßen teilhaben zu lassen“, betonte Heger.
Yahav Zohar vom israelischen Reiseveranstalter Green Olive erklärte, weder interessieren ihn die anstehenden Wahlen, noch plane er die große Zukunft. Er wolle im Kleinen und im Hier und Jetzt für Verbesserungen in Rahmen der Gleichberechtigung und Freiheit sorgen. Sein palästinensischer Kollege Rami Kassis, Direktor der Alternative Tourism Group (ATG), einer palästinensischen Nichtregierungsorganisation, die auf Touren und Pilgerreisen spezialisiert ist, stimmte ihm zu: Auch er sei froh, dass Israel und Palästina heute an einem Tisch säßen. Doch sei das nicht repräsentativ: Nach wie vor nutze Israel den Tourismus als politisches Instrument, um seine Macht durchzusetzen, und hindere Palästinenser daran, angemessen vom Tourismus zu profitieren.       Antje Hennecke-Lückingsmeier

 

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