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ITB Berlin Kongress: Flüchtlinge als Chance

Von der aktuellen Fluchtwelle sind touristische Destinationen in besonderem Maße betroffen, wie  Bilder von den griechischen Ferieninseln Lesbos und Kos zeigen. Die Stimmung schwankt zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Manche haben Angehörigen verloren – ertrunken in der Ägäis.

Angesichts solcher Bilder verzeichnet Christian Nordhorn vom Lehrstuhl für Touristik an der Katholischen Universität Eichstätt eine wachsende Unsicherheit der Urlauber: „Sie fragen sich: Ist es überhaupt ethisch vertretbar, Inseln wie Lesbos oder Kos zu besuchen? Ist es sicher? Will man in der schönsten Zeit des Jahres Flüchtlingsdramen erleben?“, so Nordhorn beim ITB Destination Day auf der ITB Berlin. Auch der Tourismus reagiert ambivalent. Reiseveranstalter und Kreuzfahrtschiffe meiden die betroffenen Inseln. Auf der anderen Seite gibt es Anstrengungen zu helfen. Die Fluggesellschaft TuiFly Nordic erlaubt Reisenden, die in Flüchtlingsgebiete fliegen, zehn Kilogramm zusätzliches Gepäck mitzunehmen, um Migranten zu helfen.

Treffen Flüchtlinge oder Touristen auf eine Gesellschaft, sei der Unterschied zunächst gar nicht so gravierend, so Nordhorn. In beiden Fällen sei der Grundwert die Gastfreundschaft. Allerdings habe sie verschiedene Gesichter, so Nordhorn: Im kommerzialisierten Tourismus sei die „Beziehungsqualität“ längst durch „Servicequalität“ ersetzt worden. Beziehungsqualität finde man hingegen in den Begegnungen mit Flüchtlingen, wo kein kommerzielles Interesse vorliege. Etwa in Projekten wie dem Grand Hotel Cosmopolis in Augsburg, wo Touristen und Flüchtlinge unter einem Dach lebten. Dort würden Flüchtlinge als Gäste gesehen, als künftige Mitarbeiter – als Chance.

Mirko Heinemann

 

Halle 7.1, New York 1

Mail: pressestelle@ku.de
Website: www.ku.de/tourismus
 

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