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ITB Berlin Kongress: Tinder-Dating für Hotelzimmer: Von der Digitalisierung zum Reisen 4.0

Smarte Produkte, die sich selbst vermarkten: Mit der Digitalisierung 4.0 werden Computer nicht nur so klein, dass man sie gar nicht mehr sieht, in der Ära des Internets der Dinge und des Internets der Services sind auch ganz neue Geschäftsmodelle gefragt. Zentral sei dabei, dass der Nutzer und nicht die Technologie im Mittelpunkt steht. Diese Thesen vertrat Prof. Wolfgang Henseler, der Gründer der Firma Sensory-Minds, in seiner Keynote zum ITB Mice Day auf dem ITB Berlin Kongress. Henseler stellte eine Reihe von Amazon- Angeboten vor, darunter Amazon Echo, ein „Siri in der Dose“, das mit dem Menschen kommunizieren könne und in den USA bereits äußerst erfolgreich seinen und sich dort zum „Game Changer“ entwickelt hätte. Die nächste Stufe seien nun Produkte, beispielsweise Wasserfilter oder Babywindeln, die sich selbst nachbestellen würden. Ein Angebot, das in den USA bereits verfügbar sei und vor allem bei Schleppgütern wie Hundefutter, Windeln oder Toilettenpapier bestens funktioniere.

Diese umfassende Digitalisierung, bei der künftig alle Gegenstände des Alltags mit einer eigenen Mikrosensorik ausgerüstet seien, die mit einer Handlungslogik und einer Aktorik verbunden sei, betrifft auch den Bereich der Touristik. Stichworte hierfür seien Robotic Travel Management oder Reisen 4.0. Henselers Vision ist dabei beispielsweise ein Hotelzimmer, das so mit Sensoren ausgerüstet ist, dass es weiß, ob es belegt ist oder nicht – und sich dann kontextsensitiv vermarktet. „Nicht mehr ich finde ein Hotelzimmer, sondern das Hotelzimmer findet mich, quasi eine Art Hoteltinder nach dem gleichen Prinzip“, so Henseler zu möglichen Perspektiven der digitalen Transformation.

Zwar ist das Henn-na Hotel im japanischen Sasebo, in denen Computer beziehungsweise Roboter den Check-in und den Gepäckservice übernehmen, bislang noch eine Ausnahme. Doch wenn künftig in der Matratze, im Handtuch und im Raum verteilt überall Sensoren zu finden seien, dann würden dadurch jede Menge Daten generiert, die genutzt werden könnten, um situativ relevanten Kontext zu offerieren. Eine Vision, der Henseler durchaus Charme abgewinnen kann, denn der Mensch und seine Bedürfnisse stünden dabei schließlich im Mittelpunkt. Denn nur Usability, die konsequente Orientierung an den Bedürfnissen des Nutzers, sei der Schlüssel zum Erfolg.

Rainer Heubeck
 

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