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Jetzt kommt es auf Vorsorge an

© Luke Richardson

Experten diskutieren auf der ITB Berlin NOW Convention über Resilienz

Eine nachhaltige Erholung nicht nur der Tourismus-Industrie ist entscheidend auf Vorsorge angewiesen, um künftig massive globale Schäden durch ein Virus zu verhindern. Darüber waren sich Regierungsmitglieder und Experten bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Resilienz auf der ITB Berlin NOW Convention einig.

Angesichts der unerwartet starken Auswirkungen des Corona-Virus auf die internationale Gemeinschaft sei es doch bemerkenswert, dass die Hilfen jetzt zu greifen beginnen, sagte Dan Richards, Gründer und CEO des US-Unternehmens Global Rescue, das internationale Hilfsmaßnahmen koordiniert und unterstützt. Er verglich es mit einer Schlange, die einen Basketball geschluckt hat. „Es dauert eben eine Weile, bis der Ball durch den Körper der Schlange kommt.“ Genauso wichtig wie die akute Hilfe sei aber die Vorsorge, dass so etwas nicht wieder passiere. Richards riet zu einer internationalen, politisch unabhängigen Task Force, die frühzeitig eventuelle Hotspots identifiziert und unschädlich macht. Außerdem forderte er einen deutlich stärkeren Einsatz der bereits bestehenden technologischen Möglichkeiten zur Identifizierung „des Feindes“, zum Beispiel an Flughäfen.

Die Präsidentin der Welttourismusrates WTTC, Gloria Guevara, pflichtete ihm bei und rief die Regierungen zur Unterstützung dieses Konzepts auf. Es gehe nicht darum, ob, sondern wann das nächste Virus komme, sagte sie. Bis dahin müsse man vorbereitet sein. Najib Balala, Staatssekretär im kenianischen Tourismusministerium, betonte, internationale Koordination müsse auch einheitliches und kohärentes Vorgehen bei den Anforderungen an jeden einzelnen Menschen beinhalten. Die Bevölkerung verstehe nicht, wenn mancherorts für Menschen, die bereits zweimal geimpft worden seien, dennoch PCR-Tests als Eintritts- oder Teilnahmevoraussetzungen gefordert würden.

Balala gab zu bedenken, dass in der Vergangenheit vor lauter Terrorismusbekämpfung die Weltgesundheit und die Umweltfragen vernachlässigt worden seien. Er beklagte ebenso wie der Außenhandelsminister von Bosnien-Herzegowina, Stasa Kosarac, dass bei der internationalen Verteilung der Impfstoffe wenig solidarisch vorgegangen werde. „Es nützt nichts, wenn in Großbritannien 100 Prozent aller Menschen geimpft sind, aber in den armen Ländern kaum jemand“, sagte Balala.

Text: Thomas Rietig

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