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Klimaschutz und Fachkräftemangel im Fokus

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Bei der ersten Jahresversammlung des DRV seit Beginn der Pandemie beschäftigten sich die Teilnehmer vorrangig mit Fragen zu War for Talents und Sustainability

Die jährliche Tagung des führenden deutschen Reiseverbands DRV ist eine der wichtigsten Veranstaltungen der Branche. Auch die ITB Berlin ist seit vielen Jahren Mitglied und Partner. Für die rund 430 Teilnehmenden war diese Hauptversammlung besonders befreiend. Immerhin war das Event in Kalamata / Griechenland das erste seiner Art seit Beginn der Corona-Krise. Zusätzlich zu den Gästen vor Ort folgten der Tagung rund 200 Interessenten online.

Neben den Fachvorträgen und Panels waren es vor allem die persönlichen Gespräche zwischen den Programmpunkten sowie abends, von denen die Gäste zu profitieren schienen. Sich nach der langen Zeit des fehlenden Austauschs wieder in Person zu begegnen, war für Teilnehmende sichtlich inspirierend. Gleichzeitig war das Sicherheitsprotokoll sehr streng – im Gegensatz zu Deutschland ist das Tragen einer Maske im Innenraum auch bei 2G-Events obligatorisch.

Den Programmpunkten in der „Great Hall“ tat dies keinen Abbruch. Thematisch standen wie bereits vor der Pandemie die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit klar im Fokus. Ereignisse wie die Brände vom Sommer im Gastgeberland oder die Überschwemmungen im Ahrtal – so waren sich alle einig – haben die Dringlichkeit dieses Aspekts noch einmal enorm verstärkt. So appellierte DRV-Präsident Norbert Fiebig bereits in seiner Grundsatzrede an die Branche, Worten Taten folgen zu lassen. Zu den Forderungen zählten die Modernisierung von Flugzeugflotten, optimierte Routen sowie der Einsatz von synthetischen Kraftstoffen aus erneuerbaren Energien.

Neben der Dringlichkeit beim Thema Nachhaltigkeit war der Fachkräftemangel ein essentieller Dreh- und Angelpunkt der Tagung – in den individuellen Gesprächen ebenso wie beim Tagungsprogramm, das auch ein Panel mit Vertreterinnen von LinkedIN und Stepstone umfasste. Klar wurde: Ein Weiter wie bisher kann es angesichts eines durch Corona sogar verschärften War for Talents nicht geben. Unternehmen müssen demnach weg von einem passiven hin zu einem aktiven Recruiting, in dessen Rahmen sich Arbeitgeber bei den gewünschten Kanditat*innen eigentlich eher selbst bewerben müssen als wie in der Vergangenheit umgekehrt. Was Bewerber heute erwarten: Neben einem guten Gehalt zum Beispiel verstärkt das Gefühl, etwas Sinnstiftendes zu tun. Darüber hinaus steht Flexibilität hoch im Kurs. Home-Office sehen sie als Selbstverständlichkeit. Oftmals wird zudem der Wunsch etwa nach einer Vier-Tage-Woche laut, um den freien Tag zum Beispiel für selbstständige oder auch gemeinnützige Arbeit zu nutzen.

Um das Thema Fachkräftemangel ging es auch, aber keineswegs nur, in einem Panel zum Thema Zukunft der Geschäftsreise. Dieser Zweig der Branche kämpft im Recruiting ebenfalls mit großen Herausforderungen. Derpart begegnet dem zum Beispiel mit Programmen speziell für fachliche Umsteiger.

Darüber hinaus befasste sich auch diese Runde mit dem Thema Nachhaltigkeit, das von den Firmenkunden der Geschäftsreiseanbieter bzw. TMC‘s zunehmend zur Voraussetzung für Business-Reisen wird. Beispielsweise setzen sich CO2-Konten immer mehr durch, die neben einem monetären Budget für Mitarbeiter*innen stärker und stärker zum Benchmark werden. Nicht zuletzt erwähnte die Runde aus klassischen Playern wie Derpart, First und LCC die steigende Bedeutung teils globaler, digitaler Geschäftsreiseketten wie Travelperk und Tripactions, die den Markt zunehmend verändern, die klassischen Anbieter aber auch auf positive Weise dazu herausfordern, sich weiterzuentwickeln.

Neben viel inhaltlicher Kost nutzen die Gäste der Tagung im Costa Navarino-Resort die vier Tage natürlich auch, um zu networken und sich mit der touristisch eher unbekannteren Region auf dem Peleponnes vertraut zu machen. Ausflüge umfassten zum Beispiel Bogenschießkurse, Burgen und Schlösser, eine Wanderung sowie einen Workshop zur Herstellung von Olivenöl.

Die Abreise der Kongressgruppe besiegelte in gewisser Weise auch die touristische Saison wie in vielen Teilen des Landes oder anderen Nationen Südeuropas, für die die Umstellung auf Winterzeit Ende Oktober eine Zäsur bedeutet. Dass diese Tatsache nicht in Stein gemeißelt sein muss, damit beschäftigte sich ein Panel zum Thema Overtourism, in dem es darum ging, wie sich Besucherströme entzerren lassen. Als einen von mehreren Lösungsansätzen brachte ein Podiumsteilnehmer daher den Gedanken ein, Saisonzeiten künftig zu verlängern und somit unterschiedlichen Reisegruppen unterschiedliche Jahreszeiten anzubieten. Der Herbst, so konnte die Gruppe in Kalamata sehen, hätte gerade den Mitteleuropäern sicher noch einiges zu bieten – Wochen über das Oktoberende hinaus.

 

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