Navigation | Seiteninhalt | Zusätzliche Informationen

Seiteninhalt

Künstliche Intelligenz: Chance oder Bedrohung?

Prof. Dr. Hans Uszkoreit, Wissenschaftlicher Direktor beim Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)

Skeptiker und Freunde der Künstlichen Intelligenz (KI) bilden unter den Fachbesuchern der ITB Berlin etwa gleich große Gruppen. Jedenfalls stimmten 49 Prozent derjenigen, die an dem Fachvortrag zum Thema teilnahmen, via TED ab, KI sei eine „enorme Chance, die wir mutig angehen sollten“. Die anderen waren skeptisch. Eine Minderheit sah in der KI sogar eine Bedrohung.

Prof. Dr. Hans Uszkoreit, obgleich als Wissenschaftlicher Direktor beim Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) einer der Treiber der digitalen Intelligenz, gab sich auf der ITB Berlin alle Mühe, das Wesen von KI möglichst wertfrei zu beleuchten. Denn was auch immer man davon halte, man müsse sich damit auseinandersetzen: „KI geht nicht mehr weg.“

Der Rechner DeepBlue hat bereits Schachgroßmeister besiegt, IBMs Supercomputer Watson ist Gewinner des US-Ratespiels „Jeopardy“, und Google-Software lenkt autonome Fahrzeuge sicherer als der Mensch. „Solche quasi übermenschlichen Fähigkeiten bedrohen direkt unser Verständnis als Krone der Schöpfung“, sagte Uszkoreit. Er warnte vor solchen Vergleichen. KI sei nicht „besser“ als der Mensch, sondern ergänze im besten Fall seine Fähigkeiten.

Das Übersetzungsprogramm von Google liefere zwar fast so gute Texte wie ein professioneller Übersetzer, es fehle ihm aber das Verständnis dafür, was es übersetze. Ebenso lerne ein Sprachassistent wie Amazons Heimlautsprecher „Alexa“ zwar immer präziser zu antworten, er habe aber kein Verständnis für die Inhalte. KI könne tun, was Menschen nicht tun können: effizienter produzieren, die menschlichen Sinne erweitern, Wissen anhäufen und unerfreuliche Arbeiten erledigen. KI, so das Versprechen der Befürworter, biete die Chance auf ein „besseres, längeres und sichereres Leben“.

Dann kam Uszkoreit auf das Thema zu sprechen, das die Fachbesucher der ITB Berlin besonders interessierte: die Auswirkungen von KI auf die Reisebranche. Sprachgesteuerte Buchungssysteme,  Übersetzungen, der Einsatz von Augmented Reality als digitaler Reiseführer? Wenn Menschen mittels KI ein tieferes Verständnis für ein fremdes Land entwickeln könnten, dann, so Uszkoreit, sei dies ein idealer Einsatzort für diese Technologie.

Mirko Heinemann

Internet: www.dfki.de

Halle 7.1

Pressekontakt: Hans Uszkoreit

E-Mail: Hans.Uszkoreit@dfki.de

Tel.: +49 30 23895 1811

ITB Berlin auf Facebook

ITB Berlin auf Twitter