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LGBT-Kreuzfahrten vor der Diversifizierung

ITB Berlin 2016 - Berlin - "Gay Berlin"

In den USA sind Kreuzfahrten für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgendermenschen schon etwas ganz Normales, in Deutschland sind sie noch in der Experimentierphase. Dabei liegt der Grund für die steigende Nachfrage auf der Hand: frei sein von dem Gefühl, Gegenstand besonderer Beobachtung durch den Mainstream zu sein. Rika Jean-Francois, LGBT-Beauftragte der Messe Berlin, drückte es so aus: „Es gibt erfolgreiche Player im Lesben- und Schwulen-Tourismus. Es ist sogar ein neuer Markt für Familienreisen. Aber es gibt auch noch Diskriminierung. Und davon will man eben in den Ferien mal loskommen.” Sie war allerdings sicher, dass der Regenbogen-Tourismus eine Zukunft hat.

 „Man muss es noch vielen Deutschen erklären“, sagte auch Goja Sönnichsen, Sprecherin von TUI Cruises, auf der ITB Berlin 2017. Mit zunehmender Verbreiterung der Nische LGBT-Tourismus stellt sich allerdings auch heraus, dass die Nutzer durchaus unterschiedliche Bedürfnisse haben: In den USA verstehen sie die Kreuzfahrten im Wesentlichen als ununterbrochene Party der Jungen, Schönen und gut Gebauten, was viele andere abschreckt. Lesben ziehen es nach den Worten von Ed Salvato, einem LGBT-Berater aus New York, vor, für sich zu sein, und sich im Urlaub dem jeweiligen Partner intensiv zu widmen. Ältere, reiche Männer wollen lieber unter sich sein, was zumindest auf dem Kreuzfahrtsektor die Idee kleinerer, aber luxuriöserer Schiffe ins Spiel bringt. Salvato brachte es auf den Punkt: Die Zeit der Diversifizierung ist gekommen. Die nächsten Herausforderungen warten schon: der asiatische Markt, von Afrika ganz zu schweigen.

Thomas Rietig

www.itb-kongress.de

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