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Lieber am Strand arbeiten: Digitale Nomaden sind ein Wachstumsmarkt

© Agnieszka Boeske

ITB Berlin NOW Convention diskutiert Jugendtourismus in Zeiten der Pandemie

Der Jugendtourismus von Personen zwischen 15 und 30 Jahren ist ab dem zweiten Quartal 2020 um rund siebzig Prozent eingebrochen und wird sich vermutlich vor dem Jahr 2023 nicht vollständig erholen, berichtete Professor Greg Richards von der WYSE Travel Confederation am Mittwoch auf der ITB Berlin NOW Convention. Hinsichtlich einer Erholung, so Richards weiter, böte der Jugendreisemarkt aber auch besondere Chancen, die ihn von anderen Bereichen unterscheide.

Junge Reisende sind beispielsweise häufig länger unterwegs als normale Urlaubsreisende, für Au-Pair-Aufenthalte oder Sprachreisen läge die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei über 100 Tagen. Aus diesem Grund seien sie möglicherweise eher bereit, Quarantäne in Kauf zu nehmen.

Zudem hat sich der Jugendreisemarkt in den vergangenen Jahren stark verändert. „Wir sprechen bereits vom Tod des Rucksackreisenden, und das, obwohl dieser lange Zeit das Rückgrat des Jugendreisemarkts war. Doch das traditionelle Bild hat sich gewandelt, die Backpacker sind älter geworden, sie gehen mehr up-market, sie werden zu Flashpackern oder digitalen Nomaden“, so Professor Greg Richards.

Digitale Nomaden, so Richards weiter, seien für bestimmte Destinationen ein interessanter Wachstumsmarkt. Sie würden Übernachtungen und Co-Working-Space nachfragen und interessieren sich für Exkursionen – und sie könnten sich diese auch leisten. Da während der COVID-Pandemie viele Menschen gelernt hätten, ortsunabhängig zu arbeiten, würde künftig wahrscheinlich häufiger als bisher die Frage gestellt werden, warum man im Büro arbeiten solle, wenn dies auch am Strand möglich sei.

Ein Hemmschuh bei der Erholung des Jugendreisemarktes könne sein, dass Studenten und junge Erwachsene in vielen Ländern zu den letzten Personengruppen gehören würden, die Zugang zu einer Impfung bekommen. Dies könnten aber auch Länder gezielt dafür nutzen, Studierende anzuwerben, indem sie diesen bei der Einreise eine Impfung anbieten.

Eine wichtiger Faktor für die künftige Entwicklung des Jugendreisemarkts sei zudem die Visapolitik. Hier sei in nächster Zeit zu beobachten, wie sich die Biden-Administration in den USA verhalten werde, erklärte Richards.

Medienkontakt:

www.wysetc.org

Text: Rainer Heubeck

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