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Medizintourismus: Wie sollten Kliniken werben?

„Brauchen Kliniken einen Reiseveranstalter oder reicht es, in sozialen Medien aktiv zu sein?“ Unter dieser Frage stand eine interessante Podiumsdiskussion im Medical Tourism Pavilion. Irena Rapoport, HTI Regional Manager CIS aus Israel bezeichnete sich selbst als „altmodisch“ und schwor auf B2B-Veranstaltungen wie die ITB Berlin, auf der persönliche Kontakte zu unmittelbar messbaren Erfolgen führen. Das Internet und die sozialen Medien führten zu einem „Informations-Tsunami“, wobei sie als Werbekanäle durchaus ihre Berechtigung hätten. Aber persönliche Kontakte, gezielt eingesetzte „Botschafter“, die auf organisierten „Fam Trips“ die Angebote selbst in Augenschein genommen hätten und daher als besonders authentische Multiplikatoren wirken könnten, seien gerade für Reiseunternehmen, die neu in den Markt eintreten wollten, ein ganz wichtiger Baustein des Marketings. Veranstalter und Kliniken sollten gezielt zusammengebracht und Angebote gebündelt werden.

Dem stimmte Mert Demirsoz, International Business Development Manager aus der Türkei, prinzipiell zu, betonte aber zusätzlich, dass unterschiedliche Kulturen auch nach unterschiedlichen Werbe- und Vertriebskanälen verlangten. Als Beispiel nannte er den afrikanischen Raum, wo potentielle Kunden tatsächlich weniger Internet-affin seien und persönliche Kontakte dadurch eine viel wichtigere Rolle spielten. Aber ohne den Einsatz elektronischer Kanäle würde das Geschäft heute überhaupt nicht mehr funktionieren.

Emre Ali Kodan, Gründer der türkischen Baki International Health & Travel Solutions, sah die Rolle der sozialen Medien vor allem darin, die Marke in der Breite zu bewerben, ohne dabei vertiefte Informationen streuen zu können. Gleichzeitig warf er die wichtige Frage auf, warum potentielle Patienten nicht viel mehr den direkten Kontakt zu den Kliniken im Ausland suchten: Hier gehe es um Vertrauen und die Sicherheit, die ein Reisevermittler oder -veranstalter als Ansprechpartner und mit Sitz im eigenen Land bieten kann. Sein persönliches Fazit lautete entsprechend auch: „Für diesen Beruf muss man Weltbürger sein.“

Robert Kluge

 

 

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