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Mehr Wertschöpfung, weniger Emissionen

© Macu Ic

Um Tourismus zukunftsfähig zu machen, ist noch viel zu tun: Auf der ITB Berlin NOW Convention fordern Experten gerechten und nachhaltigen Wandel

Von einer Krise in die nächste stolpern und nichts dazulernen - genau das sollte dem Tourismus nicht passieren. Schon aus klimapolitischen Gründen sind neue Konzepte gefragt, um das Reisen nachhaltig zu machen. Diese Überzeugung einte die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion auf der ITB Berlin NOW Convention. Doch wie könnte eine gerechte und klimaschonende Veränderung aussehen? „Tourismus muss sich verändern, weg von einer Branche mit vielen Emissionen und geringen Margen hin zu hoher Wertschöpfung und geringen Emissionen", proklamierte Prof. Dr. Stefan Gössling, der an der Linnaeus University School of Business and Economics zum Thema Nachhaltiger Tourismus forscht. „Wir brauchen ein neues Destinationsmodell, bei dem es um Optimierung geht, nicht um Maximierung", so Gössling weiter.

Ein Positivbeispiel hierfür ist der Reiseveranstalter Intrepid Travel, der sich ehrgeizige CO2-Reduktionsziele gesetzt hat, die auch die Lieferkette mit einbeziehen und der seit dem Jahr 2018 als „B Corp" zertifiziert ist, das heißt als Unternehmen, das sich dem Geschäftsziel „Benefit" verschrieben hat und sich zu höchsten Standards in den Bereichen soziales Engagement, Umwelt, Transparenz und Verantwortungsbewusstsein verpflichtet hat. „‘B Corp' ist ein Zertifikat, das an ethische Firmen vergeben wird, die ihr Geschäft als Kraft des Guten sehen", beteuerte Zina Bencheikh, Managing Director EMEA bei Intrepid Travel.

Judy Kepher-Gona vom Beratungsunternehmen Sustainable Travel and Tourism Agenda STTA aus Kenia zeigte auf, dass der Tourismussektor in Sachen Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung noch viel Luft nach oben hat. So sei es in kenianischen Küstenorten üblich, dass Beschäftigte über Jahrzehnte nur Saisonarbeit leisten und dadurch nicht wirklich von ihrer Arbeit leben können und auch nicht weiterkommen. „Dadurch wird viel menschliche Fähigkeit und menschliches Potenzial vergeudet. Die Leute sind oft nur auf Abruf zu Hause. Es wird versäumt, sie zu schulen und ihre Talente weiter zu entwickeln – das ist kein nachhaltiger Weg", erklärte Kepher-Gona, die darauf verwies, dass in Kenia sowohl der Safari- wie auch der Strandtourismus von der Covid-19-Pandemie und der Klimakrise stark betroffen seien.

 

Medienkontakt:

www.stefangossling.de


www.intrepidtravel.de

www.sttakenya.org 

Text: Rainer Heubeck

 

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