Navigation | Seiteninhalt | Zusätzliche Informationen

Seiteninhalt

Ab in die Natur statt in die Bar

© Marc Pell

Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber gibt auf ITB Berlin NOW Anregungen für klimagerechtes Reisen

Die Natur biete dem neuen Tourismus eine Win-Win-Win-Lösung für die Herausforderungen des Klimawandels an, erklärte Professor Hans Joachim Schellnhuber, emeritierter Direktor vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), auf der ITB Berlin NOW Convention. Nun gelte es, sie auch zu nutzen.

Eine der wirksamsten Maßnahmen zur Eindämmung der weltweiten Emissionen sei der Verzicht auf mineralische Baustoffe. Schellnhuber empfahl daher, sich auf den Bau mit Holz zu konzentrieren. „Die Natur ist unser bester Freund beim Kampf gegen die globale Erwärmung“, sagte er. Der Ersatz von Zement, Beton und Stahl durch nachwachsende Rohstoffe könne die Emissionen um 30 Prozent senken. Zu diesem positiven Effekt komme, dass Holz angenehmeres Ambiente biete und langfristig kostengünstiger sei.

Der dämpfende Effekt der Pandemie auf die Erwärmung sei nur vorübergehend und reiche nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen, sagte der Klimaforscher. Er bezifferte den Rückgang der kritischen Emissionen 2020 auf 5,8 Prozent. Die größten Einsparungen seien aus dem Transportbereich gekommen. „Alle Wachstumstrends wurden gebrochen.“ Schellnhuber hoffte, dass die Verantwortlichen Lösungen für die bisher nur halbherzig angegangenen Probleme des Klimawandels entwickelten, und zitierte als positives Beispiel EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die die Gründung „eines neuen Bauhauses“ angeregt habe.

Auf die Frage, woher das Holz für Neubauten kommen solle, antwortete er, derzeit gebe es ein Überangebot an Bauholz. In Afrika könnten mit neuen Technologien Waldbestände etwa in der Südsahara aufgebaut werden. Aber auch der überwiegende Teil der bestehenden Wälder eigne sich dafür. In Deutschland würden ohnehin 95 Prozent des Bestandes wirtschaftlich genutzt. Allerdings müsse die Forstwirtschaft nachhaltiger organisiert werden. Da die Wälder ohnehin wegen des Klimawandels umgebaut werden müssten, sei jetzt eine gute Gelegenheit, das Umdenken in Handeln umzusetzen.

Als weitere Empfehlung an die Branche empfahl Schellnhuber mehr Aktivurlaub: „Warum in den Ferien nicht beim Retten der Welt helfen, anstatt in langweiligen Bars herumzuhängen?“

 

Medienkontakt:

www.pik-potsdam.de

 

Text: Thomas Rietig

ITB Berlin auf Facebook

ITB Berlin auf Twitter