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Nie stand Gesundheit mehr im Fokus als heute

© Conscious Design

Strategien für die Zukunft des medizinischen Tourismus auf der ITB Berlin NOW Convention

Gesundheitsthemen sind derzeit in aller Munde: Der medizinisch begründete Tourismus – derzeit ebenso lahm gelegt wie viele andere Reisebereiche – steht vor großen Herausforderungen, aber auch Chancen. Am HTI Roundtable während der ITB Berlin NOW Convention diskutierte Leila Krešić-Jurić, Managing Director & Partner Health Tourism Industry HTI, mit Panel-Teilnehmern über die aktuellsten Trends und Strategien für eine nachhaltige Entwicklung im Gesundheitstourismus.

Der Zuruf: „Bleib gesund!“ gehöre heute zum „new normal“ dazu, erklärte Leila Krešić-Jurić, umso wichtiger sei es, diesen Faden in die Strategien für die zukünftige Entwicklung des Gesundheitstourismus mit aufzunehmen: „Der Schwerpunkt verschiebt sich von der Heilung zur Prävention.“ Medizinische Anbieter wie Krankenhäuser und Kliniken, die mit Hotels und Reiseveranstaltern kooperieren, um neue Produkte und Dienstleistungen für medizinisch motivierte Reisen vorzustellen, müssten ihre Strategien den Auswirkungen der Pandemie anpassen.

Der Medizintourismus steht unter den gegenwärtigen Umständen in einem ganz besonderen Fokus und bietet facettenreiche Möglichkeiten. Die European Spas Association (ESPA) arbeitet beispielsweise an Konzepten zur Behandlung von Corona-Langzeitfolgen in medizinischen Spas und Luftkurorten. Außerdem können neue Ansätze im Bereich der sogenannten Telemedizin neue Perspektiven für den Medical Tourism liefern. Im Lockdown vielerorts erprobt können Patienten nun auch via Telefon oder Internet von einem Arzt beraten und behandelt werden. „So kann am Ende aus weniger Reisen mehr Reisen werden“, fasste Moderatorin Krešić-Jurić zusammen. Corona könne den Medical Tourism weltweit sehr beflügeln. 

Sherif Hassan, CEO und Gründer von Tripsetc Travel Company, zeigte sich überzeugt, dass das Gesundheitsthema – auch aufgrund von COVID-19 – ein enormes Potential für den Tourismus mitbringe. Doch müssten Konzepte überdacht werden. „Wellness Hotels müssen das Thema Health Care in ihren Fokus rücken, Kliniken sollten zusätzlich über Wellbeing nachdenken“, erklärte der Facharzt für Innere Medizin.

Christian Fadi El-Khouri, geschäftsführender Gesellschafter vom International Patient Service Deutschland, sieht mit großer Sorge, dass die Auslastung in vielen Medizintourismusbetrieben noch immer gegen Null gehe. Nicht unbedingt notwendige Behandlungen und Eingriffe seien verschoben oder abgesagt worden, da die Patienten nicht anreisen konnten. Doch er sei zuversichtlich, dass mit den Grenzöffnungen der Markt anzieht – und eine große Nachfrage zu erwarten sei.

Sandeep Vohra, Chief Executive Technology Investments von Roseview Investment & Advisors, ergänzte, dass der Einsatz neuer medizinischer Technologien große Chancen für die Touristik bieten könne. Es gäbe eine Reihe vielversprechender Start-ups aus dem Bereich, die Hoffnung auf eine wahre Revolution der medizinischen Seite des Reisens machten.

Ivana Kolar, CEO von Julius Rose, zeigte sich sicher, dass es eine Erholung ihres Segments nur im Bewusstsein für Nachhaltigkeit geben könne. „Social Distancing verträgt keine Angebote aus dem Massentourismus“, so die Unternehmensberaterin. Außerdem bereiteten sich schon viele Anbieter darauf vor, Menschen zu helfen, die an Nachwirkungen einer überstandenen Corona-Erkrankung leiden: „Die Menschen sind bereit, in ihre Gesundheit zu investieren – mehr denn je.“

 

Text: Antje Lückingsmeier

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