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Nordkorea, Pakistan, Usbekistan – Reiseländer oder No-go-Areas?

Kann man da eigentlich hinfahren? Das fragen sich viele, wenn von Ländern wie Nordkorea oder Pakistan die Rede ist. Besser nicht – so steht es in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes, doch Referenten auf der ITB Berlin zeichneten teilweise ein anderes Bild.
„Ich sehe das Anwachsen des Tourismus nach Nordkorea als eine Möglichkeit, sich auszutauschen, und von daher ist das eigentlich positiv“, erklärte Dr. Lars-André Richter, der die Friedrich-Naumann-Stiftung in Korea vertritt, im Rahmen einer Diskussionsrunde auf dem ITB Berlin Kongress, die sich mit dem Thema „Tourismus in Hochrisikoländer und autoritäre Staaten“ beschäftigte. Die Öffnung hin zum Tourismus, so berichtete Richter, sei in Nordkorea inzwischen offizielle Staatsräson, derzeit werde dies durch die Vorschriften zur Ebola-Quarantäne allerdings gebremst. Doch diese Einschränkungen würden möglicherweise bald wieder aufgehoben. Völlig frei bewegen könne man sich im Land allerdings nicht. Reisende, egal, ob individuell oder in der Gruppe, hätten grundsätzlich zwei sogenannte Reisebegleiter.
Ch. Kabir Ahmed Khan, der Direktor der Pakistan Tourism Development Corporation, brach eine Lanze dafür, auch in sein Land zu reisen. „Es ist ruhig bei uns und man kann sich als Besucher frei bewegen“, erklärte Kabir Ahmed Khan - und verwies darauf, dass sich in Pakistan nicht nur sechs UNESCO-Welterbestätten befinden, sondern auch sechs der zwanzig höchsten Berge der Erde. „In einem Teil unseres Landes gibt es einen Krieg gegen den Terrorismus, aber davon sind Touristen und touristische Regionen in der Regel nicht betroffen. Und dieser Krieg ist auch kein Krieg für Pakistan, es ist ein Krieg, den wir für euch und für die Sicherheit der Welt führen“, beteuerte Khan.
Keine Reisewarnung gibt es derzeit für das autoritär regierte Usbekistan. Ein Land, das, vor allem wegen der Seidenstraßen-Städte Buchara und Samarkand, über eine lange touristische Tradition verfügt. Besucher könnten sich im Lande grundsätzlich frei bewegen, allerdings gäbe es eine „gewisse Kontrollmentalität“ und auch die Einreiseprozedur am Flughafen habe für viele Reisende etwas Abschreckendes, berichtete die Zentralasien-Expertin Dr. Beate Eschment von der Humboldt Universität Berlin. Sie verwies darauf, dass Usbekistan nicht nur als Kultur-, sondern auch als Trekking- oder Wanderreiseziel in Frage kommt.
Neben der Frage, ob man in diese Länder fahren kann, stellt sich immer auch die Frage, ob diese Reisen moralisch zu verantworten seien. Hierfür, so betonte Dr. Wolf-Dieter Zumpfort von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, gäbe es keine verbindliche moralische Richtschnur. Die Frage, wo es anfängt, moralisch fragwürdig zu sein, müsse jeder Reisende für sich selbst beantworten – und sie stelle sich, so erklärte Zumpfort, nicht nur bei Nordkorea, Usbekistan und Pakistan, sondern auch bei anderen Ländern, beispielsweise Myanmar, Zimbabwe, Weißrussland oder Libyen.     Rainer Heubeck
 

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