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Von Smart Car und Hyperloop bis Flug-Taxi und Space Trip: ITB Future Day über innovative Formen der Mobilität

Stau, überfüllte U-Bahnen, zu kleine Bahnsteige: Wir leben in einer Zeit, in der Mobilität ein Ausmaß erreicht, mit dem unsere bisherige Infrastruktur überfordert scheint. Und ein Ende des Zuwachses ist nicht in Sicht. Experten prognostizieren eine Verdopplung des Straßenverkehrsvolumens bis 2050. Allein in Beijing werden täglich 1.500 Fahrzeuge neu zugelassen. Die Zahl der Flugbewegungen könnt sich bis 2030 noch einmal verdoppeln. Höchste Zeit für die Entwicklung innovativer Transportlösungen. Einige davon wurden auf dem ITB Future Day des ITB Berlin Kongresses vorgestellt.

Travelzoo-Marktstudie: So steht es um die Akzeptanz innovativer Verkehrsmittel

Ob und wie schnell sich Hochgeschwindigkeitszüge, Überschallflieger, selbstfahrende Autos oder Dronen-Taxis durchsetzen, wird vor allem von ihrer Akzeptanz beim Verbraucher abhängen, ergab eine Studie von Travelzoo. Das Unternehmen befragte weltweit 6.000 Konsumenten zu ihren Ansichten und Erwartungen an innovative Transportmittel (zu denen auch die Star-Treck-Phantasie vom „Beamen“ gehörte). Demnach wird zur Herausforderung nicht nur, Ängste zu überwinden und Vertrauen zu schaffen: Von den neuen Transportmitteln erwarten die Befragten mehrheitlich auch, dass sie uns schneller (88%), billiger (80%), bequemer (67%) und nicht zuletzt grüner (67%) von A nach B bringen. Noch ist das Misstrauen in die Sicherheit der führerlosen Fahr- und Flugzeuge beachtlich: Etwa 75 Prozent der Befragten würden nicht oder nur ungern eines der neuen Verkehrsmittel benutzen. Insbesondere ältere Zielgruppen hegen Vorbehalte und 21 Prozent der Befragten erwarten verkehrstechnisch bis auf Weiteres keine Veränderungen.

Joel Brandon-Bravo, Travelzoo UK, hält dennoch für möglich, dass wir – nach Dampfmaschine, Automobil und Internet – eine der schnellsten Innovations-Adaptions-Kurven aller Zeiten erleben werden. Interessant auch: Lediglich vier Prozent der Befragten wären bereit, mehr Geld für neue Transportwege und den Mehrwert, den sie stiften, auszugeben. „Das ist zwar ein kleines Segment“, meint Brandon-Bravo. Doch schon die Concorde habe gezeigt, dass es möglich ist, selbst für so kleine Marktsegmente profitable Lösungen zu betreiben.

Reisen im Beinahe-Vakuum mit annähernd Schallgeschwindigkeit: Das kann Hyperloop

„Unsere Art zu buchen hat sich in den vergangenen 8 Jahren dramatisch verändert. Unsere Art uns fortzubewegen in den letzten 80 Jahren nur wenig“, findet Dirk Ahlborn, CEO Hyperloop Transportation Technologies. Das Problem daran sei weniger, dass die Spurbreite der Eisenbahnen bis heute der eines Pferdegespanns entspreche. Kritisch sei vielmehr, dass es bis heute nicht gelinge, den (Schienen-)Personenverkehr profitabel zu betreiben. Immer noch verbrächten Menschen viel zu viel Zeit auf dem Weg statt vor Ort.

Hyperloop soll jetzt viele dieser Probleme lösen. Die nächste Generation der Magnetschwebebahnen soll mit einem Bruchteil der Energie aller bisher dagewesenen Modelle auskommen – weil sie mit einem Quasi-Vakuum den Luftwiderstand in ihren Tubes herunterfährt. Sie wird erneuerbare Elektrizität nutzen, die die Betreiber selbst erzeugen. Und sie kann auf diese Weise Geschwindigkeiten nahe der Schallgrenze erreichen. „Von Los Angeles nach San Franzisko in 30 Minuten – das ist revolutionär.“ Und selbst diese Zeit will Ahlborn für die Passagiere so interessant wie möglich machen: Der Blick aus dem Fenster muss nicht unbedingt nach draußen führen – ein Trip durch Jurassic Park, die Milchstraße oder jede andere virtuelle Realität ist denkbar. In-Trip-Upselling könnte den Ticketverkauf und damit ein uraltes Geschäftsmodell ablösen. Das Interesse der Reisenden sei da, so Ahlborn, die Unterstützung der Enginieering-Communities aus aller Welt auch. In nur fünf Jahren sei aus der Idee eine Bewegung geworden. Die ersten Wagen sind bereits in Bau, die ersten Verträge mit öffentlichen Trägern in der Pipeline. Vielleicht dauert es nicht mehr lang, bis Hyperloop mehr Passagiere befördert als die Fluggesellschaften Europas.

Isabel Bommer

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