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Städtetourismus kommt zurück– wenn auch anders

Bei einem digitalen Round Table von Köln, Frankfurt und Leipzig zogen die Tourismusverantwortlichen unter anderem Lehren aus der Corona-Krise

Die weltweite Pandemie und die damit verbundenen Reisebeschränkungen haben die Tourismus-Branche mit voller Wucht getroffen. Insbesondere Bilder von leeren Stränden und Promenaden zeigten eindrücklich, dass der Ferienhotellerie eine sehr schwere Saison mit großen finanziellen Verlusten bevorsteht. Dass aber auch Metropolen überaus stark am Wegfall von Freizeit- und Geschäftsreisenden zu leiden haben, wurde in einem digitalen Round Table der Tourismusmanager von Köln, Frankfurt und Leipzig deutlich. Ihre Forderung: „Wir brauchen eine stärkere Lobby und ein neues Finanzierungsmodell!“

60 Prozent weniger Gäste, rund 2,7 Milliarden Euro weniger in der Kasse. Diesen Rückblick von 2020 zeichnete Dr. Jürgen Martin Amann, Geschäftsführer der KölnTourismus GmbH, infolge des Wegbleibens der Touristen und Geschäftsreisenden in der Rheinmetropole. Bei Volker Bremer, Leipzig Tourismus und Marketing Chef und Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main sah die Lage nicht anders aus. Wenig verwunderlich, sind die drei vermeintlich grundverschiedenen Metropolen doch mit einem starken Messegeschäft, vielen Geschäftsreisenden und einem großen Kulturangebot sehr ähnlich aufgestellt.

So wie die anderen beiden Städte konnte Leipzig aber auch Positives berichten und daraus eine wesentliche Ableitung für die Zukunft ziehen. „Wir haben im Marketing verstärkt auf nationale Medien und Social Media gesetzt und damit gezielt Menschen aus der Umgebung angesprochen und zu einem Besuch animiert. Das Ergebnis: Wir konnten den Ausfall an Geschäftsreisenden nahezu vollständig durch privat motivierte Aufenthalte auffangen. Und auch die nächsten Wochen wird die Stadt gut besucht sein“, so Bremer. Im veränderten Gästemix sieht auch Frankfurt-Tourismus-Chef Feda eines der Instrumente. Mit einem Masterplan will er auch die kulturellen Reize der Stadt nebst ihren bekannten Vorzügen für Geschäftsreisende hervorheben. Gleichzeitig warnt er vor Schnellschüssen. „Wir sind nun in einer Art Aufbruchsstimmung und planen Veranstaltungen und Events. Wir müssen aber Vorsicht walten lassen, sonst erleben wir eine Bauchlandung.“

2024/25 nannte Amann als Zeithorizont. Er hofft, dann wieder auf dem Niveau von 2019 zu sein. Bis dahin hat er zwar weniger Veranstaltungen auf seiner Agenda – aber ein politisches Ziel. „Die Corona-Pandemie hat gezeigt, welch hohen Stellenwert der Tourismus für die Städte hat. Viele Finanzierungsmodelle sehen eine Eigenfinanzierung vor. Das geht nicht auf. Wir hoffen, auf ein verändertes Bewusstsein in der Politik und eine stärkere Lobby.“

 

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