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Studie: Wie verändert Digitalisierung nachhaltige Tourismusentwicklung?

Wie wirkt sich die Digitalisierung auf die nachhaltige Entwicklung im Tourismus aus? Das Umweltbundesamt ist Auftraggeber einer aktuellen Studie, in der Dirk Schmücker vom Institut für Tourismus und Bäderforderung in Nordeuropa (NIT), Kiel, Eric Horster (Fachhochschule Westküste, Heide) und Edgar Kreilkamp (Leuphana Universität Lüneburg) dieser brennenden Frage nachgegangen sind. „Ehe wir uns mit der Nachhaltigkeit befassen“, sagt Edgar Kreilkamp, „müssen wir den Einfluss der Digitalisierung auf das Reiseverhalten klären“, erläutert der Professor. Dazu wurden alle Studien zur Digitalisierung ausgewertet und erstmals eine systematische Aufstellung erarbeitet, wie sich Digitalisierung entwickelt hat und welche Digitalisierungsthemen es gibt. „Erst auf dieser Basis lässt sich der Einfluss auf Reisen klären“, führt Edgar Kreilkamp aus. Wird mehr oder weniger gereist und wird anders gereist – das sind zum Beispiel Fragen. Ein interessanter Nebenaspekt sei, dass „die Internetseite bei der Digitalisierung inzwischen die kleinste Rolle spielt.“ Kreilkamp: „Digital heißt nicht Internet, es geht viel weiter.“ Stichworte sind Big Data und Künstliche Intelligenz (KI).

Die Frage, ob Digitalisierung zum Vor- oder Nachteil der Nachhaltigkeit gereicht, lässt sich nicht einfach und eindeutig beantworten. Kreilkamp: „Das kommt auf die Gestaltung an, Technologie lässt sich so und so nutzen.“ Wichtige positive Veränderungen sind durch Besucherlenkung zu erreichen, die sich leicht situationsbezogen und tagesaktuell über mobile Apps automatisieren lassen. Neben einer Reduzierung der Umweltbelastung zum Beispiel für Museen, Städte und Regionen wird auch ein sozialer Effekt erzielt: Der Kunde muss nicht anstehen. „Man kann überall über Nachhaltigkeit bei der Digitalisierung nachdenken“, sagt Edgar Kreilkamp. Intermodale Mobilität und intelligente Parkplatzlenkung sind im Tourismus aktuell wichtige Themen, noch arbeiten Stadtentwicklung und Tourismus zu wenig zusammen. Da spielen auch politische Entscheidungen mit. „Es sollte eine Einsicht geben, alle Digitalisierungsschritte zu überdenken, bevor es in die Umsetzung geht“, sagt Kreilkamp, „wer treibt es weshalb voran?“ Die Studie nennt über 50 Best Practice-Beispiele. So wird in Brandenburg in einer Touristinformation eine Besucher-Informationswand erprobt, in der Besucher mit Hilfe einer Kamera automatisch eingestuft und individuell informiert werden. Verbrauchen Rechner und Server viel Energie, kann die entstehende Wärme zum Heizen genutzt werden. In einem anderen Fall wird das Urlaubswetter für drei Monate im Voraus berechnet und mit entsprechenden Freizeitangeboten und Preisvergleichen unterfüttert. Unter Nachhaltigkeit im sozialen Bereich verbucht Kreilkamp die App, mit deren Hilfe sich Benutzer in einer fremden Sprache unterhalten können.    

Sabine Neumann, Redaktionsbüro Schwartz

 

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