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Tourismus braucht nachhaltige Lieferketten

© Reproductive Health Supplies Coalition

Fachleute auf ITB Berlin NOW: Europäische Vereinheitlichung wichtig

Die Forderungen des neuen Lieferkettengesetzes sind im Sinne der Tourismusindustrie. Aber es muss eine europäische Vereinheitlichung kommen, verlangten Wissenschaft, Hersteller und NGOs auf ITB Berlin NOW.

Dem Einwand, das Gesetz schaffe nur zusätzliche Bürokratie für die Wirtschaft, trat Lisa Fröhlich, Präsidentin der CBS International School, entgegen. Es habe im Gegenteil den Vorteil, dass alle Wettbewerber sich nun gleichen Standards unterwerfen müssten. „Wir dürfen aus tiefster Überzeugung nicht mehr so weitermachen wie bisher“, sagte sie und wies darauf hin, dass das derzeitige Lieferkettenmanagement erheblich dazu beigetragen habe, dass sich das Coronavirus so ungehindert verbreiten konnte.

Der Tourismus sei besonders auf intakte Umwelt und gastfreundliche Gesellschaften in den Zielgebieten angewiesen, betonte Antje Monshausen, die bei Brot für die Welt für Tourismusbeobachtung zuständig ist. „Gute Arbeitsbedingungen sorgen für längere Betriebszugehörigkeiten, das wiederum ermöglicht Weiterbildung und Erhöhung des Qualitätsniveaus bei den Mitarbeitern. Ganz abgesehen davon, dass Nachhaltigkeit ein Business Case für die Menschenrechte ist.“

Sie war optimistisch hinsichtlich der Durchsetzung der gesetzlichen Neuerungen, denn die Dialoge zwischen den Stakeholdern hätten sich bereits etabliert. Monshausen trat überdies für eine europäische Vereinheitlichung der Gesetze ein. Dann könne die EU als größter Wirtschaftsraum besser auf die Quell- und Zielländer einwirken.

Bettina Roth vom Kleidungs- und Ausrüstungshersteller Vaude, der bereits die Lieferkette nachhaltig betreibt, verlangte auch, dass es sich dabei künftig um eine Kernkompetenz jedes Unternehmens „und nicht nur um etwas Aufgesetztes“ handeln müsse. Wenn das Gesetz in Kraft trete, verlöre ihr Unternehmen zwar ein Alleinstellungsmerkmal, aber gewönne Vorteile, weil Billigwettbewerber es nicht mehr so einfach hätten. „Das muss in die DNA jedes Unternehmens.“

Fröhlich wies, ebenfalls optimistisch, darauf hin, dass ihre Studierenden schon „klar weiter“ seien als manch konservatives Unternehmen. „Sie fordern das von ihrem Arbeitgeber ein und möchten nicht bei Unternehmen arbeiten, die das nicht umsetzen.“

Medienkontakt:

Brot für die Welt: www.brot-fuer-die-welt.de

CBS International School: www.cbs.de

VAUDE: www.vaude.com

Text: Thomas Rietig

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