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Was tun bei höherer Gewalt? Auch Richter urteilen verschieden

Verbraucherverbände, Veranstalter und Rechtsgelehrte mögen noch so gescheit sein. Beim Thema Reisen und höhere Gewalt gibt es kein Patentrezept, wer wann Recht hat. Und sogar Richter entscheiden unterschiedlich. Dennoch sollten Touristen zum eigenen Schutz, gerade wenn sie in mögliche Krisengebiete reisen, die Medien verfolgen, die Hinweise des Auswärtigen lesen und nach erfolgten Buchungen bei Zweifeln und Fragen Kontakt zu ihrem Veranstalter aufnehmen. Dies unterstrichen Experten dieses komplizierten Themas auf der ITB Berlin.

Bei politischen Unruhen, Revolution und ähnlichem können Reisende die Minderung des Reisepreises oder gegebenenfalls Rückzahlung verlangen oder vor Beginn der Reise vom Vertrag zurücktreten. Aber was ist vorhersehbar, was nicht? Sicher nicht gewaltige Naturkatastrophen. Wenn es zu keiner Einigung kommt, entscheide der Richter. Dies erläuterte Prof. Ansgar Staudinger, Rechtswissenschaftler an der Universität Bielefeld.

Und das kann dann so aussehen: Das Amtsgericht Bielefeld entscheidet 2004: Kündigung wegen höherer Gewalt wegen Terrors in Istanbul ist zulässig, Das Gericht in Amberg urteilt, Kündigung einer Reise nach Bali wegen Terroranschlags unzulässig. Staudinger betont, in kniffligen Fällen gehe der  Richter bei seiner Entscheidung weder von einem völligen ahnungslosen noch von einem versierten, bestens eingelesenen Touristen aus, sondern von "einem Durchschnittsreisenden". Und wer ist das? Das sei dann oft der Richter selber, erläutert der Professor.      Bernd Kubisch

Kontakt: Prof. Ansgar Staudinger
E-Mail: ansgar.stqaudinger@uni-bielefeld.de
+49 521 106 6979
 

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