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Überlegungen zur „digitalen Ernährung“

„Was haben Ernährung und Kommunikation gemeinsam? Beides ist unverzichtbar“, sagt Guido Mamczur, Markenstratege, Gastprofessor und Buchautor sowie Geschäftsführer der D’art Design Gruppe GmbH. „Lebensmittel kennt jeder – was ist für mich unverträglich, was esse ich am liebsten. Es gibt über Jahrtausende entwickelte Erfahrung und bekannte Regeln.“ Anders verhalte es sich jedoch meist bei der digitalen Kommunikation – von Diät keine Spur, es herrsche oft Maßlosigkeit, viel Neues werde gedankenlos ausprobiert, jeder Trend mitgemacht und unreflektiert verschlungen.

Mamczur plädierte in seinem Vortrag im Rahmen des ITB Berlin MICE Forums für mehr „subtile Digitalität“ und stellte entsprechend einige anschauliche Beispiele aus seiner beruflichen Praxis vor: So wurde für die Messepräsenz eines Kochgeräteherstellers ein digitaler Herd entwickelt, der auf der Bedienerseite über die volle Funktionalität des Originals verfügte, aber auf der Kochfläche nur digitale Speisen zubereitete. Doch dies ist dafür völlig ungefährlich möglich – ohne Fettspritzer und verbrannte Finger.

Das zweite Beispiel war der Messestand einer führenden Fensterherstellers. Hier dienten große LED-Flächen mit wechselnden Projektionen der digitalen Erweiterung des naturgemäß beschränkten Messeraumes. Digitale Bilder setzten die Exponate in neue Kontexte und zeigten verschiede Möglichkeiten auf.

Allen Musterfällen der Präsentation war gemein, dass nicht die beeindruckende digitale Technik im Mittelpunkt stand, sondern dabei bloßes Mittel zum Zweck war. Ihr selektiver Einsatz müsse zusätzliche digitale Ebenen erschaffen können, ohne dass die physische Objekthaftigkeit dabei verloren geht. „Raum ist eine Sprache“, so das Fazit von Guido Mamczur. „Wir dürfen darin nicht bloß Wörter sammeln, sondern müssen Geschichten erzählen.“

Robert Kluge

 

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