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Eine Welt fährt wieder hoch

Nach mehr als einem Jahr Pandemie begeben sich die Menschen je nach Land in unterschiedlichem Tempo wieder auf Reisen

In den vergangenen zwölf Monaten befand sich die Menschheit weltweit in einem wahren Ausnahme-Zustand. Auf die Reise-Industrie hatte dieser die weitreichendsten Folgen: Sie kam vielerorts nahezu zum Stillstand. Nicht zuletzt dank großer Impffortschritte fährt die Welt nun ganz allmählich wieder hoch – jedoch in höchst unterschiedlichem Tempo.

In Asien und Australien hatte die Pandemie deutlich geringere Folgen als etwa in Europa oder Nord- und Südamerika. Möglich machte dies jedoch auch eine starke Abschottung der einzelnen Länder. Ausnahmen gibt es – so etwa zwischen Australien und Neuseeland, die nun seit Kurzem Reisen im Zuge einer sogenannten Two-Way-Travel-Bubble ermöglichen. Bilder von Menschen, die sich in den Armen lagen, weil sie sich rund ein Jahr nicht gesehen haben, gingen um die Welt. Für Diskussionen sorgte kürzlich auch das strenge Rückreiseverbot für australische Staatsbürger aus dem Hochrisikoland Indien.

Positive Signale gibt es in den USA, wo die Impfrate mit etwa 45 Prozent der Bevölkerung, die eine erste Impfung erhalten haben, derzeit eine der höchsten ist. Entsprechend fährt der Inlands-Flugverkehr seit einigen Wochen wieder massiv hoch. Auch Richtung Karibik zieht es die Amerikaner wieder verstärkt. Dass die Angst vor einer erneuten Ausbreitung groß ist, zeigt sich jedoch auch immer wieder. Schlagzeilen machte etwa der große Ansturm auf Miami und Fort Lauderdale zum „Spring Break“, dem eine Warnung durch die Politik folgte. Miami selbst begrenzte kurzerhand zum Beispiel den Zugang zu Miami Beach.

Deutlich mit dem Impfen voran geht es bekanntlich auch in Israel. Mit fast 60 Prozent vollständig geimpften Menschen rühmt sich das Land als erstes, so etwas wie Herdenimmunität zu haben. Ein schnelles Willkommenssignal folgte bereits vor einigen Wochen aus Griechenland, wo man rasch ankündigte, Bürger und Bürgerinnen aus Israel in Form eines sicheren Korridors empfangen zu wollen.

Dass ein Land sich womöglich zu schnell über den Impf-Fortschritt freuen kann, zeigt das südamerikanische Land Chile, das ebenfalls recht schnell zu einer hohen Quote gelangte. Dort schossen die Inzidenz-Zahlen jedoch dennoch plötzlich wieder recht schnell in die Höhe. Der Grund dafür läge laut einer Reihe von Experten auch darin, dass sich viele Chilenen günstigen Reise-Angeboten ins benachbarte Brasilien hingaben, wo das Virus seit geraumer Zeit in Form einer sehr aggressiven Virus-Variante wütet.

Deutlich vorsichtiger zeigt sich da zum Beispiel Großbritannien, das trotz Impffortschritt Auslandsreisen in ausgewählte Länder erst wieder zum 17. Mai erlauben will. Premier Boris Johnson kündigte um Ostern drastische Strafen bei Verstößen an und hielt die Landsleute insbesondere vom ersehnten Urlaub auf Mallorca ab. Länder Südeuropas hatten bereits früh angekündigt, die Quarantäne für Geimpfte aus Großbritannien nach der Öffnung zu erlassen.

Angesichts geringer Inzidenzen auf der Baleareninsel hatte die deutsche Bundesregierung Mallorca von der Liste der Risiko-Länder bzw. -Regionen genommen. Entsprechend fuhren rund 40.000 Deutsche über die Osterferien auf die Insel. In Deutschland hatte dies für große Diskussionen gesorgt, da dort angesichts steigender Inzidenzen nicht einmal Ferienunterkünfte für Inlandsurlaub geöffnet sein dürfen. Viele befürchteten zudem, dass die Urlauber aus dem Ausland die Werte auf Mallorca wieder steigen lassen könnten. In der Rückschau zeigte sich: Die Angst war unbegründet.

Dies dürfte jedoch auch auf Hin- und Rücktests beim Grenzübertritt per Flugzeug begründet liegen. Waren Testmöglichkeiten zum Beispiel im Corona-Sommer 2020 noch echte Mangelware, hat sich die Reisewelt zwischenzeitlich sehr auf den Test-Bedarf von Reisenden eingestellt. Dies dürfte gemäß vieler Reise-Experten maßgeblich dazu beitragen, den grenzüberschreitenden Urlaub für Ziel- und Herkunftsland sicherer zu machen.

Entscheidend abhängen dürfte die reisetechnische Öffnung der Welt in den kommenden Wochen und Monaten abschließend betrachtet von einer Reihe von Faktoren:

  • dem Fortschritt der Länder beim Impfen,
  • dem routinierten Umgang mit Tests in großem Stil sowie nicht zuletzt
  • der Frage von Mutationen sowie der Wirksamkeit bestehender Impfstoffe oder deren Anpassbarkeit.

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