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Weltnaturerbe Wattenmeer : Run auf die letzten Naturparadiese –Overtourism = Overkill?

Viel diskutiert wurde auf der ITB Berlin das Problem des Overtourism. In der Diskussionsrunde im Rahmen des Programms rund um das Weltnaturerbe Wattenmeer versuchten Touristiker  aus verschiedenen Regionen, das Phänomen zu beleuchten und Lösungsansätze zu finden.  

Peter Südbeck, Chef des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, erzählte, dass schon in den 70er Jahren über das Problem Massentourismus gesprochen wurde. „Als ich Sylt 1974 zum ersten Mal besuchte, erwartete ich die schlimmsten Dinge“, erinnerte sich Südbeck. Doch die Insel habe es geschafft, mit Einbindung und Engagement der Bevölkerung, ihre Natur und Kultur zu erhalten, ohne sich den vielen Besuchern zu verschließen.

Peter Prokosch, Gründer von Linking Tourism & Conservation (LT&C), führte das Beispiel Island an. Er denke, dass die Besuchermassen nur mit strikten Nationalparkregularien zu bewältigen sind, wolle man Natur und Bevölkerung nicht über Gebühr strapazieren. „Denken Sie an die US-Nationalparks: Um am Grand Canyon zum Colorado River hinunter wandern zu dürfen, müssen Sie mitunter lange auf ein verfügbares Ticket warten“, erklärte Prokosch. Den drohenden Hauptproblemen des Overtourism (Störung & Zerstörung) könnte nur mit einem vorausschauenden und klugen Management begegnet werden.

Reinhard Woytek von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und engagiert in der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC), verwies auf das Problem des Undertourism in abgelegen Nationalparks. Auch hier könne die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus der Region helfen. „Und in Regionen wie dem südafrikanischen Kaza sind nicht die vielen Besucher unser Hauptproblem, sondern die Wilderer.“

Michael Lutzeyer, Besitzer des südafrikanischen Fünf-Sterne-Naturreservats Grootbos und Mitglied der Organisation Long Run, engagiert sich seit vielen Jahren für verantwortlichen Tourismus. 2003 gründete Lutzeyer die Grootbos Foundation als eine gemeinnützige Organisation mit Gemeinschaftsprogrammen unter anderem in den Bereichen Naturschutz und Jugendentwicklung. „Protecting by using – das ist unser Ansatz“, so Lutzeyer. Ohne Tourismus würden viele Schutzgebiete und Regionen gar nicht existieren oder wären verkommen. Dadurch, dass sie für Touristen interessant sind, ist der Schutz auch durchsetzbar. Nur, was die Menschen kennen, können sie auch schützen wollen.

www.sustainable-tourism.com

www.ltandc.org

www.grootbos.com  

www.giz.de

www.nationalpark-wattenmeer.de/nds

 

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