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Zahlen mit großer Aussagekraft: Drei führende Marktforschungsinstitutionen geben wertvolle Einblicke in ihre Studien

Eine solide Grundlage für den ersten Tag von We Love Travel! bildete das Panel „Crunching Numbers“ zu den Ergebnissen dreier renommierter Marktforschungsinstitutionen. Ulf Sonntag von FUR stellte die Resultate der ReiseAnalyse vom September vor. In ihr wurden Teilnehmer gefragt, ob Geld, Lust und Zeit für Reisen vorhanden sind. Das Positive vorweg: Die drei Faktoren weisen ähnlich gute Werte wie im Jahr zuvor auf. Lediglich 10 Prozent der Befragten möchten ausdrücklich nur dann reisen, wenn ein Impfstoff vorhanden ist.

Entsprechend erfreulich ist es auch, dass viele Kunden bereits konkrete Pläne für Reisen im Winter und Sommer haben. Eine leichte Tendenz zeigt sich für Ziele, die mit dem Pkw erreichbar sind. Darüber hinaus steht Natur überaus hoch im Kurs. Nachhaltigkeit ist vielfach ebenfalls stark gefragt. Nach ihrer Planungsstrategie gefragt, setzen Kunden verstärkt auf Hygiene, Kontaktvermeidung und Ziele, von denen sie im Ernstfall gut wieder heim kommen. Neben der Tendenz zum Pkw gibt es einen Trend zu Ferienwohnungen und zur Buchung über Veranstalter, weil sich Gäste dort gut umsorgt fühlen. Nicht zuletzt wurden Teilnehmer befragt, wie sie Reisen im Corona-Sommer empfunden haben. Das überwiegende Ergebnis: Das Gefühl war anders, aber prinzipiell gut.

Im Anschluss stellte Roland Gaßner von Travel Data & Analytics jüngste Ergebnisse zum Reisemarkt vor. Die Buchungen bewegen sich in diesem Jahr gemittelt auf rund 25 Prozent des Vorjahres. Besonders aktuell und angesichts steigender Zahlen ist die Verunsicherung hoch. Entsprechend sind Reservierungen, die derzeit bei Reise-Unternehmen eingehen, weitgehend kurzfristig einzuordnen. Andere Kunden buchen dagegen schon sehr weit voraus bis in den Sommer 2021. Schwach ist die anstehende Wintersaison gebucht.

Sieht man sich das bisherige Jahr im Verlauf an, startete 2020 zunächst sehr erfreulich. Es folgte ein fast kompletter Einbruch von Buchungen während der Lockdown-Phase, bevor eine hoffnungsvollere Zeit für Kunden begann. Die Freude wurde aber schnell wieder gedämpft, worunter insbesondere die wichtige Destination Mallorca litt. Vergleichsweise positiv läuft es für Griechenland, das im September in puncto Neubuchungen sogar den Vorjahreszeitraum übertraf. Relativ gut durch die Krise kamen bisher zudem Portugal und Zypern.

Nicht zuletzt gab Peter Kautz von Statista einen wertvollen Einblick in die Zahlen der weltweiten Reise-Industrie. Die Branche ist in den vergangenen 70 Jahrzehnt gigantisch gewachsen. 1,5 Milliarden Hotelübernachtungen zählte die Industrie seitdem alleine. Aktuell beobachtet das Institut ein Minus von 55 Prozent im Vergleich zu 2019. Die Prognose für 2020 hellte sich zwischenzeitlich auf, weil man von einem starken Q4 ausging. Insgesamt sieht es aber so aus, dass sich das Volumen des Marktes erst 2023 wieder einpendeln dürfte.

Interessante Prognose: Die Länder mit den größten Einbrüchen durch Corona dürften in Folge auch wieder am stärksten wachsen – darunter etwa Mexiko, China, aber auch Deutschland. Zurückzuführen ist dies auf deren große Domestic-Märkte. China ist bereits jetzt bei 100 Prozent seines Inlandsflugverkehrs. Sieht man sich die Segmente und den Impact durch Corona an, leidet erwartungsgemäß die Kreuzfahrtbranche am meisten. Vergleichsweise gut behaupten kann sich dagegen der Luxusmarkt.

Im Anschluss an die Präsentationen hatte das Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Welche Faktoren sind wichtig, um das Vertrauen der Konsumenten zurückzugewinnen? Antwort von Ulf Sonntag: Klare Vorgaben durch die Politik sind das A und O, um beim Kunden jetzt die Bedingungen für Planbarkeit zu schaffen.

Roland Gaßner wurde gefragt, ob er bei aller Einzigartigkeit der Pandemie Parallelen zu vorherigen Krisen sieht. Er verglich die Situation daraufhin vor allem mit dem 11. September, der ebenfalls zu einem massiven Nachfrage-Rückgang führte. Der entscheidende Unterschied: Diese Krise dauert wesentlich länger, bis eine Erholung eintreten kann.

Abschließend wurde Peter Kautz danach befragt, wie sich die Lage stabilisieren lässt. Auch er pocht darauf, dass das Vertrauen von den Rahmenbedingungen abhängt. Wenn ganze Kreuzfahrtschiffe auf behördliche Anordnung am Anlegen behindert werden, erschüttert dies das Vertrauen natürlich maßgeblich.

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